Archiv für Januar, 2010
Scheckübergabe – Amraser Adventsonntage
Verfasst von Urban Regensburger unter UnterstützerInnen am 29. Januar 2010

Mit großer Dankbarkeit nahmen die Vorstandsmitglieder der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft Marina Baldauf und Margit Held die Spende aus dem Erlös der Amraser Adventsonntage 2009 entgegen.

Die OrganisatorInnen der Amraser Adventsonntage Elfriede und Traudi Scherkl-Neuner besuchten die Hospiz- und Palliativstation im Sanatorium Kettenbrücke und konnten sich so ein persönliches Bild von der Arbeit der Hospiz-Gemeinschaft machen.
“Es muss alsdann gestorben sein….”
Verfasst von Urban Regensburger unter Fragen und Antworten am 29. Januar 2010
Das 6. Internationale IFF-ÖRK-Symposium “Wir sind Gäste des Lebens. Spiritualität am Lebensende” findet vom 15.-17.04.2010 im Palais Auersperg in Wien statt.
Die Wurzel des Wortes Spiritualität ist “spiritus”, Geist. Zumindest daran sollten sich alle Arten von Verständigungen orientieren. Diese “geistige Dimension” weist über die empirische Alltagswelt hinaus. Damit ist eine Erfahrungs- und Bewusstseinsebene angesprochen, die sich nicht in der materiell verfassten Welt erschöpft, sondern ihr zugrunde liegt und sie übersteigt. Im neu erwachten Interesse an Spiritualität als einer wichtigen Dimension von Umsorgung stecken viele Chancen. Das Symposium möchte zum Erleben von Spiritualtät, der Reflexion von Spiritual Care und der eigenen Postitionsbstimmung beitragen.
Verschiedene vertiefende Sessions bieten die Möglichkeit, Herausforderungen der praktischen Arbeit mit den Referierenden und ExptertInnen aus dem Feld zu bearbeiten.
Zeitlicher Rahmen:
Donnerstag, 15. April 2010 14:00 – 18:00 Uhr, plus Abendprogramm
Freitag, 16. April 2010 09:00 – 18:00 Uhr
Samstag, 17. April 2010 09:00 – 14:00 Uhr
Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier auf der Homepage des IFF!
Hier können Sie den Veranstaltungsfolder als PDF downloaden!
„Je näher der Tod, desto kürzer die Visite“
Verfasst von Maria Streli-Wolf unter Fragen und Antworten am 28. Januar 2010
„Ich kann nicht behaupten, dass das vor zehn Jahren bei mir anders war“, erzählt August Zabernigg, Oberarzt der Internen II am Bezirkskrankenhaus Kufstein: „So gut wie möglich habe ich immer versucht, das Sterben von mir wegzuschieben.“
Palliativmedizin kein Gipfelsieg?
Ganz allgemein habe die Palliativmedizin, also die medizinische Begleitung sterbender Menschen, unter den Ärzten und Ärztinnen keinen guten Stand. „Ich würde das mit einer Bergtour vergleichen“, meint August Zabernigg. „Die Palliativmedizin wird innerhalb der Medizin einfach nicht als Gipfelsieg wahrgenommen.“
Eine menschliche Herausforderung
Dass er das Sterben seiner PatientInnen ausklammerte, war für ihn auf Dauer nicht befriedigend: „Irgendwann kam bei mir dann das Gefühl, dass etwas in meinem Tun als Arzt nicht wirklich rund war.“ Der Lehrgang zum Diplom für Palliativmedizin der Tiroler Ärztekammer in Kooperation mit der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft war für August Zabernigg dann der Einstieg in einen „neuen Abschnitt innerhalb der Medizin.“ Die Palliativmedizin ist für ihn Herausforderung und inzwischen auch Gipfelsieg in zweifacher Hinsicht: „Einerseits auf medizinischer, andererseits, und das ist vielleicht noch bedeutender, auf menschlicher Ebene.“
Palliativmedizin braucht innere Haltung
In den nächsten drei bis fünf Jahren soll am Bezirkskrankenhaus Kufstein eine Palliativstation mit acht Betten eingerichtet werden – sehr zur Freude von August Zabernigg. „Eine Palliativstation wird ja nie aus wirtschaftlichen Überlegungen eingerichtet, weil das sehr teuer und personalintensiv ist. Um eine gut funktionierende Palliativstation zu betreiben, braucht es vielmehr ein Bekenntnis, eine bestimmte Einstellung und Haltung gegenüber dem sterbenden Menschen.“
Gelebtes Vorbild
Nachdem das Begleiten Sterbender schon immer Angelegenheit der Krankenschwestern und –pfleger war, „sind sie unglaublich dankbar für jede Weiterbildung und Unterstützung in diesem Fachbereich. Bei den Ärzten ist das anders“, meint der Mediziner. „Sie geben nicht gerne zu, dass sie irgendwo ein Defizit haben oder im Dunkeln tappen.“ Dennoch ist er zuversichtlich, dass immer mehr Ärzte und Ärztinnen offener gegenüber dem Thema werden.
Auf die Frage wie das gehen soll, meint August Zabernigg: „Einfach indem wir es ihnen vorleben.“
Gedanken – Güte
Verfasst von Urban Regensburger unter Gedanken am 26. Januar 2010
Unheilbar und rasch fortschreitend: Amyotrophe Lateralsklerose (ALS)
Verfasst von Sonja Prieth unter Fragen und Antworten am 20. Januar 2010
Herausforderung für Medizin und Physiotherapie … und natürlich für die PatientInnen
Es ist eine seltene Erkrankung, deren Gründe unbekannt sind und deren Verlauf man so gut wie nicht beeinflussen kann. So umriss der Neurologe Prof. Dr. Wolfgang Löscher die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) in seinem Vortrag beim Palliativforum am 14. Jänner 2010. ALS ist eine fortschreitende Erkrankung des motorischen Nervensystems. „Es gibt kaum nachweisbare Zusammenhänge, die Rückschlüsse auf die Entstehung der Krankheit zulassen würden“, erklärte Löscher. Auffallend oft seien sehr sportliche Menschen davon betroffen und – etwas kurios – meistens seien es ganz besonders nette, freundliche Menschen, die mit ihrer Erkrankung erstaunlich gut umgehen könnten.
„Ein typisches Symptom ist der Muskelschwund, allerdings kann er an verschiedenen Stellen des Körpers anfangen. Ein Problem ist, dass es keinen diagnostischen Test gibt, mit dem wir ALS feststellen können. Die Diagnose erfolgt eigentlich durch das Ausschließen anderer Erkrankungen“ erklärte Wolfgang Löscher.
Entlastung durch Physiotherapie
In zahlreichen Studien wurden bereits verschiedene Arzneimittel getestet, doch bislang gibt es kein Medikament, das zu einer Besserung des Krankheitsbildes beiträgt. Das heißt aber keineswegs, dass man nichts für die PatientInnen tun kann. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, die Lebensqualität der Erkrankten länger zu erhalten bzw. zu verbessern. Eine entscheidende Rolle spielt dabei neben der Medizin die Physiotherapie. Das zeigte in ihrem Vortrag beim Palliativforum die Physiotherapeutin Doris Drechsler-Schuß anhand von zahlreichen Beispielen auf: „Durch den Muskelschwund kommt es zu einer Kompensation, das heißt dass andere Muskelpartien stärker beansprucht werden als normal.“ Das könne zu Überlastung und Schmerzen führen – gezielte Physiotherapie könne hier Linderung bringen.
Den Krankheitsverlauf akzeptieren
Eine große Aufgabe, sowohl für die Erkrankten als auch für die TherapeutInnen, ist das Akzeptieren der Krankheit und ihres mitunter sehr schnellen Fortschreitens. „Das ist auch für mich als Therapeutin nicht immer einfach, damit muss man erst einmal klar kommen, um dann entsprechend mit den Betroffenen arbeiten zu können“ erzählte Doris Drechsler-Schuß. Keinesfalls dürfe man die PatientInnen überfordern, also über ihre Belastungsgrenze gehen – das würde zu Verschlechterung führen.
Gut angepasste Hilfsmittel für den Alltag, wie etwa ein Rollstuhl, sollen genau dem entgegen wirken: „Die PatientInnen müssen gut mit ihren Kräften haushalten.“
Jede Berufsgruppe kann ihren Beitrag leisten
Der Neurologe Wolfgang Löscher erwähnte in seinem Vortrag ein Ergebnis wissenschaftlicher Studien, die Behandlungserfolge bei ALS untersucht haben: „Es ist klar ersichtlich, dass Patientinnen und Patienten, die interdisziplinär und spezialisiert betreut werden, deutlich länger leben als jene, denen nicht das gesamte therapeutische Angebot zur Verfügung steht.“ Neben Medizin und Physiotherapie seien auch Logopädie, Sozialarbeit, Psychologie, Ernährungsberatung und andere Maßnahmen sehr hilfreich, vor allem wenn die einzelnen Berufsgruppen gut zusammenarbeiten.
Buchpräsentation: “Frohes Warten – Früher Tod”
Verfasst von Urban Regensburger unter Fragen und Antworten am 18. Januar 2010
Die Klinikseelsorge Innsbruck und der Tyrolia-Verlag laden Sie herzlich ein zur Präsentation des Buches
Tomy Mullur / Andrzej Krzyzan
Frohes Warten – früher Tod
Erfahrungen · Rituale · Trauerbegleitung
Zeit:
Donnerstag, 4. Februar 2010, 18.00 Uhr
Ort:
Kinderklinik, Seminarraum 1, Parterre, 6020 Innsbruck
Zum Buch sprechen und diskutieren:
o. Univ.-Prof. Dr. Christian Marth, Vorstand der Universitätsklinik für Frauenheilkunde
Mag.a Elisabeth Rathgeb, Seelsorgeamtsleiterin
Mag. Tomy Mullur
Mag. Andrzej Krzyzan
Moderation: Dkfm. Dr. Otto Kaspar
Wenn ein Kind während der Schwangerschaft bzw. kurz vor oder nach der Geburt stirbt, bedeutet dies für die Eltern einen einschneidenden Verlust und eine besonders tiefgreifende Krisenerfahrung. Hoffnungen und Pläne zerbrechen, der Tod tritt anstelle des Lebens, Verzweiflung, Schock und Angst anstelle von Glück und Freude.
Dieses einfühlsame Werkbuch unterstützt Betroffene, ihre Begleiter und alle, die in ihrer Arbeit immer wieder mit dem Thema konfrontiert sind. Mit Erfahrungsberichten, Texten, Trauermodellen und Gottesdiensten – von erfahrenen Klinikseelsorgern.
Hospiz ist überall – Auftaktveranstaltung im Außerfern
Verfasst von Urban Regensburger unter Begegnungen am 18. Januar 2010

Mag. Werner Mühlböck (Geschäftsführer der Tiroler Hopiz-Gemeinschaft) stellte das Ziel der Aktionswochen im Außerfern in den Mittelpunkt: "15 neue ehrenamtliche MitarbeiterInnen werden gesucht"

Dr. Reinhold Pröll (Sprengelarzt Reutte) setzte sich aus medizinischer Sicht mit Hospiz und Palliative Care auseinander.
Rückübersiedlung der Station – Fotoreportage
Verfasst von Urban Regensburger unter Menschen am 18. Januar 2010

Mit 15. Jänner 2010 hat die Hospiz- und Palliativstation wieder ihren Normalbetrieb im Sanatorium Kettenbrücke aufgenommen.
Was das Schöne im Menschen bewirken kann
Verfasst von Sonja Prieth unter Fragen und Antworten am 14. Januar 2010
Das Leiden, die Schmerzen nicht be-schönigen, sondern dieser Realität das Schöne, den anderen Aspekt des Lebens entgegenhalten – das war das Ziel von Elisabeth Draxl, die beim Palliativforum am 10. Dezember 2009 referierte. „Wahrnehmung und Schönheit in Palliative Care“ hatte sie ihren Vortrag genannt und damit im KollegInnenkreis schon im Vorfeld für Gesprächsstoff gesorgt. Die Pflegedienstleiterin der Hospiz- und Palliativstation der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft gewährte dem Publikum dann auf vielfältige Weise Einblick in ihre Haltung – mit passender Raumdekoration, Bildern, Literaturzitaten, Musik und fundierten fachlichen Ausführungen schuf sie den Rahmen für eine ganzheitliche Betrachtung dieses Themas.
Zeit für den Augenblick des Lebens
Elisabeth Draxl zitierte den Philosophen Martin Seel, der ästhetische Wahrnehmung mit einer besonderen Art der Zeiterfahrung verbindet: „Seel sagt, dass die ästhetische Wahrnehmung denen, die sich ihr überlassen, Zeit für den Augenblick des Lebens verschafft. Ist das nicht eine wunderschöne Beschreibung dessen, was wir in unserer eigenen Lebens- und Begleithaltung in der Hospizarbeit übernehmen können?
Bedeutet dies doch existenziell leben, im Bewusstsein der Unwiederbringlichkeit, der Einmaligkeit des Augenblicks des Lebens.“
Welche Rolle Ästhetik in Palliative Care spielen kann, zeigte Elisabeth Draxl anhand von vielen Fotos der Hospiz- und Palliativstation. „Es ist nicht egal, welche Bilder im Zimmer hängen, ob eine verwelkte Blume am Nachttisch steht oder eine alte Bettwäsche verwendet wird, oder Unordnung herrscht. Das ist lieblos und zeugt von Gleichgültigkeit.“ Schönheit manifestiere sich nicht nur in Dingen, sondern auch zum Beispiel in Ritualen – gerade religiöse Rituale sind dafür ein gutes Beispiel.
Ästhetik als menschliches Grundbedürfnis
Nach dem Vortrag diskutierte die Referentin mit dem Publikum über eigene Erfahrungen aus verschiedenen Arbeitskontexten. Dabei wurde unter anderem deutlich, dass die Umgebung, in der kranke Menschen betreut werden, nicht nur auf die PatientInnen Auswirkungen hat, sondern auch auf das Betreuungspersonal. Am Ende des Abends stellten einige BesucherInnen des Palliativforums fest: Ästhetik ist kein Luxus, sondern ein menschliches Grundbedürfnis. Und hat damit auch einen festen Platz in Palliative Care.
Abschied nehmen – Pilosoph und Universitätsangestellter
Verfasst von Elisabeth Wiesmueller unter Begegnungen am 11. Januar 2010

"Wo sitzt du nun. Du, der Du uns alle so plötzlich im Regen stehen hast lassen, mit unseren Träumen: von alter Liebe und gemächlich rinnenden Stunden. "
Philosoph und Universitätsangestellter
| So wichtige Dinge so leise gesprochen. Der Schelm im Auge entsteht durch das viele Wissen und Denken. Gedankendepot und Flaschendepot und Bibeln, auf denen er sitzen bleibt.
Wo sitzt du nun. Du, der Du uns alle so plötzlich im Regen stehen hast lassen, mit unseren Träumen: von alter Liebe und gemächlich rinnenden Stunden. Wir ahnen. Zwischen Aristoteles und Schopenhauer, bringst du beharrlich Thomas von Aquin zum Wanken und verführst im Namen des Absurden Anselm von Canterbury und Sören Kierkegaard dazu, deinen köstlichen Braten zu kosten. Du Gutgesinnter. Du Friedenssucher. Vielleicht ist dir schon lange der junge Che im Wort und raucht und spielt Schach, nicht für den Sieg und nicht für die Niederlage. |
Wir brauchen nicht zu verzweifeln, nicht zu trauern wie solche, die keine Hoffnung haben. |
Eine kurze Erklärung der Erinnerungsminiaturen finden Sie im ersten Tagebuch Beitrag zum Thema “Abschied braucht Erinnerung”























