Archiv für April, 2010
Palliativtag 2010 in Innsbruck
Verfasst von Urban Regensburger unter Fragen und Antworten am 30. April 2010

Dr. Elisabeth Medicus begrüßte die rund 200 TeilnehmerInnen beim diesjährigen Palliativtag der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft am 24. April 2010.

Prof. Dr. Reimer Gronemeyer sprach in seinem Gastvortrag "Die Zukunft des Sterbens" von drei großen Herausforderungen für die Hospizbewegung: Die Institutionalisierung des Sterbens, die Medikalisierung des Sterbens und die Ökonomisierung des Sterbens.

Sonja Prieth, Bildungsreferentin der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft, moderierte den zweiten Teil des Vormittages zum Thema "Richtig sterben?"

Dr. Elisabeth Medicus (ärztliche Leiterin der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft), Mag. Elisabeth Draxl (Pflegedienstleiterin der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft) und Mag. Christian Sint (Seelsorger der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft) setzten sich aus ihrer jeweiligen Perspektive mit den Mythen des richtigen Sterbens auseinander. Sterben und Tod bleiben im Innersten immer ein unberührbares Geheimnis.
Abschluss – Ehrenamtlichen Kurs in Innsbruck
Verfasst von Urban Regensburger unter Menschen am 29. April 2010

Die TeilnehmerInnen beim Abschlusstag ihrer Ausbildung zur ehrenamtlichen HospizbegleiterIn mit Marina Baldauf (Vorsitzende), Mag. Birgit Both (Regionalarbeit) in der ersten Reihe und Beate Lottersberger (Ausbildungsbegleiterin ganz hinten rechts).
Am Samstag den 24. April 2010 fand der Abschlusstag der Ausbildung zur ehrenamtlichen HospizbegleiterIn im Haus der Begegnung in Innsbruck statt. Die TeilnehmerInnen absolvierten 80h Theorie und 80h Praxis als Vorbereitung auf Ihre zukünftige Tätigkeit als ehrenamtliche HospizbegleiterInnen.
Wir gratulieren allen TeilnehmerInnen zum erfolgreichen Abschluss Ihrer Ausbildung und danken Ihnen für Ihre Bereitschaft, die Hospizbewegung in Tirol durch Ihr Engagement mitzutragen!
Abschlusswatten im Waldcafe Mayrhofen zugunsten der Hospizgruppe Zillertal
Verfasst von Hospizgruppe Zillertal unter UnterstützerInnen am 29. April 2010
Am Freitag, den 16. April fand im Waldcafe Mayrhofen das alljährliche Abschlusswatten statt. In diesem Jahr wurde der Erlös der Hospizgruppe Zillertal gespendet.
Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Mitspielern und ganz besonders bei Friedl, Martin und Klaus für die tolle Unterstützung.
Hospizgruppe Zillertal
Ausbildung zur ehrenamtlichen Hospizbegleiterin im Außerfern
Verfasst von Urban Regensburger unter Menschen am 27. April 2010
14 Teilnehmerinnen starteten am vergangenen Wochenende (23. – 24. April 2010) mit ihrer Ausbildung zur ehrenamtlichen Hospizbegleiterin. Sie erlebten ein interessantes und intensives Wochenende im Haus der Barmherzigen Schwestern in Elbigenalp. Mit Ende des Jahres schließen sie ihre Ausbildung ab.
Wir wünschen Ihnen für Ihre Ausbildung alles Gute!
Ein letzter Wunsch geht in Erfüllung
Verfasst von Urban Regensburger unter Begegnungen am 23. April 2010
Vernissage von Heinz Simeaner in der Hospiz- und Palliativstation Innsbruck
Im Juli 2009 erfuhr Heinz Simeaner von seiner Krebserkrankung. Seit kurzem ist er Patient auf der Hospiz- und Palliativstation der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft in Innsbruck. „Mit der Vernissage im Hospiz am vergangenen Dienstag ging ein letzter Wunsch in Erfüllung,“ erzählt der passionierte Maler und Jazzfan: „Gemeinsam mit meinen Freunden und Bekannten noch einmal zu feiern und meine Bilder hier zu sehen, gibt mir viel Kraft in dieser schwierigen Situation.“
Jeden Tag noch ganz leben
Ins Hospiz kam er mit gemischten Gefühlen. Doch hier erfährt er eine bestmögliche Betreuung. Trotz seiner Krankheit versucht er jeden Tag noch ganz zu leben und nicht mit seinem Schicksal zu hadern. Das Hauptthema in seinen Bildern sind Horizonte. Er möchte damit die begrenzte Sicht des Menschen thematisieren. „Das Ganze können wir nicht wahrnehmen, es entzieht sich uns,“ sagt er.
Nicht aufgeben
Auf die Frage, was er anderen Menschen für ihr Leben mitgeben möchte, gibt er folgende Antwort: „Nicht zu schnell aufgeben und versuchen jedem Tag das Beste abzugewinnen.“
Die HOTLINE der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft
Verfasst von Maria Streli-Wolf unter Fragen und Antworten am 21. April 2010
Zwei Beispiele aus dem Hotline Alltag
„Meiner Großmutter geht es immer schlechter, sie erbricht, hat starke Schmerzen und wir erreichen ihren Hausarzt nicht. Können Sie uns helfen?“ Dieser Anruf erreichte Diplomkrankenschwester Sina über die HOTLINE der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft. „Unsere Großmutter möchte auf keinen Fall ins Krankenhaus, sie möchte zum Sterben zu Hause bleiben. Sie weiß, dass sie bald sterben wird und möchte dabei so wenig wie möglich leiden“, meinten ihre Angehörigen. Nach einer Rücksprache mit der Ärztin des mobilen Hospiz- und Palliativteams konnte die Schmerzen und Übelkeit der sterbenden Frau gelindert werden. Die Familie entschied sich, ihre Mutter und Großmutter bis zu ihrem Tod zu Hause zu behalten. Sicherheit gab ihnen die Möglichkeit, bei der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft telefonisch Hilfe zu bekommen und so konnten sie ihrer Mutter und Großmutter den letzten Wunsch erfüllen.
Eine Frau, die ihre sterbende Mutter und ihren demenzkranken Vater pflegt, hat sich erst kürzlich über die HOTLINE an uns gewandt. Obwohl sie selbst Krankenschwester ist und für ihre Eltern auch eine 24 Stundenpflege organisiert hat, war sie zutiefst verunsichert, ob sie bei der Pflege ihrer Eltern alles richtig macht. Nach einem Besuch bei ihnen zu Hause konnten wir ihr wieder die Sicherheit geben, dass sie die Betreuung ihrer Eltern gut macht. Sie brauchte sozusagen „nur“ eine Rückversicherung von außen.
Die HOTLINE 0810/969 878 der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft ist täglich von 8.00 – 20.00 Uhr besetzt. Das Angebot richtet sich an alle Menschen in der letzten Lebensphase und ihre Angehörigen. Wir beraten Privatpersonen, Heime, Ärzte, Krankenhäuser und andere Einrichtungen, die in Kontakt mit sterbenden Menschen stehen.
Abschied braucht Erinnerung – Noch nicht Verstorbene
Verfasst von Elisabeth Wiesmueller unter Begegnungen am 19. April 2010
Noch nicht Verstorbene
| Sa som in himmelen. Der Film ist noch nicht zu Ende. Wenn das Reich des Göttlichen hier auf Erden, Mutter und Vater unser, grad so zu suchen ist, wie im Himmel, dann geht die Tödin auch hin und her. Ich sag: die Liebe ist gottähnlich, die Gerechtigkeit aber ein menschliches Ding und Sehnsucht zugleich. Mein Bild von dort ist handfest: die blühende Linde meiner Kindheit mit den Ringeltauben, eine heiße Suppe mit Nudeln am kalten Tag, ein rotes Motorrad mit Lebensgarantie, ein persönliches Geheimnis, das mit der vollkommenen Zahl 7 zu tun hat und ein Orchester. Mit Leichtigkeit spiele ich jedes Instrument und singe im Alt. Die Erinnerung an die Tränen bleibt eine Ahnung, um das Glück zu erfassen, dessen Ewigkeit wir wünschen. Wer weiß. |
arbeiten so daß das ergebnis jederzeit im prozeß aufscheint
Dorothee Sölle |
Eine kurze Erklärung der Erinnerungsminiaturen finden Sie im ersten Tagebuch Beitrag zum Thema “Abschied braucht Erinnerung”
Wir sagen Danke: Fördernde Mitglieder
Verfasst von Urban Regensburger unter UnterstützerInnen am 16. April 2010
Die Tiroler-Hospiz Gemeinschaft bedankt sich bei Ihren derzeit 2150 fördernden Mitgliedern für Ihre anhaltende und großzügige Unterstützung!
Diese wesentlichen Beiträge verwenden wir unter anderem für
- das mobile Hospiz- und Palliativteam Innsbruck und Umgebung
- die Aus- und Weiterbildung und die laufende Betreuung der mehr als 200 ehrenamtlichen HospizbegleiterInnen in ganz Tirol
- die Betreuung von Menschen in akuten Trauersituationen durch Einzelgespräche (die ersten 3 Termine können kostenlos beansprucht werden) und regelmäßige Trauergruppen
Dafür sagen wir ein herzliches Vergelt’s Gott!
Gedanken – Sterne, Blumen und Kinder
Verfasst von Urban Regensburger unter Gedanken am 14. April 2010
Drei Dinge sind uns
aus dem Paradies geblieben:
Sterne, Blumen und Kinder.
Dante Alighieri
Gedenkgottesdienst für Verstorbene am Ostermontag
Verfasst von Christian Sint unter Begegnungen am 12. April 2010

Am Ostermontag, den 5. April, fand der Gedenkgottesdienst für Verstorbene in der Pfarre St. Pirmin in Innsbruck statt.

Pfarrer Franz Troyer feierte gemeinsam mit Pfarrer Eberhard Mehl von der evangelischen Kirche Tirol den Gottesdienst
Ausschnitt aus der Predigt von Christian Sint, Seelsorger an der Hospiz und Palliativstation Innsbruck:
„was ich
zulasse,
ausspreche,
hinlege,
übergebe,
kann mich
befreien,
erlösen …“
Frau Maria (68 Jahre) war Patientin auf unserer Hospiz- und Palliativstation. Als sie zu uns kam, war sie schon zwei Jahre bettlägrig. Sie konnte sich nicht mehr bewegen, lag regungslos im Bett. Sie brauchte Hilfe, zum Drehen und Wenden, im Bett, zum Essen, Trinken und Waschen. Gewebsschädigungen im Gehirn und in der Folge auch Schädigungen von Nervenzellen- und bahnen führten bei ihr zu ausgedehnten Lähmungen. Sie hatte Schmerzen am ganzen Körper. Das lange Liegen hatte offene Stellen am Körper verursacht. Schmerztherapie und eine gute Pflege waren in ihrer letzten Lebensphase besonders gefragt.
Trotz aller Schmerzen war es möglich, sich mit Frau Maria zu verständigen, auch wenn sie oft schwer zu verstehen war. Ihre Tochter erzählte mir, dass sie Monate zuvor in einem Krankenhaus knapp vor dem Sterben gewesen war, aber irgendetwas schien sie zurückzuhalten.
“Ich muss es noch dem sagen, den es betrifft.”
Eines Nachts offenbarte sie einem Pfleger, dass sie etwas bedrückt. Am Morgen erzählte sie mir, was sie schon seit über 25 Jahre belastete. Da die Frau sehr gläubig war, und sie es wünschte, kam ein Priester, der ihr in einer Beichte die Lossprechung gab. Danach fragte ich sie: „Und jetzt passt es?“
„Nein“, sagte sie, „ich muss es noch dem sagen, den es betrifft. Aber ich habe Angst, dass ich ihn kränke und er mich nicht mehr liebt.“ Ich ermutigte sie, es ihm zu sagen und bot ihr meine Hilfe an. Da kam der für sie wichtige Mensch und sie erzählte ihm alles, ganz allein. Und dieser musste schon tief schlucken. Aber schließlich endete alles in einer Umarmung. Stunden später, es war nach Mitternacht, starb Frau Maria. Sie konnte seelenruhig heimgehen.
„Was ich zulasse, ausspreche, ablege, hingebe, kann mich befreien, erlösen.“ Das können wir Lebenden von Frau Maria lernen.














