Archiv für den Monat: Mai 2010

Aus der Angehörigenbefragung an der Hospiz- und Palliativstation

"Auch die Angehörigen brauchen uns" Elisabeth Medicus

Von Anfang an in guten Händen

Um genauere Informationen über die Qualität unserer Arbeit zu bekommen, haben wir 24 Angehörige von Menschen befragt, die ihr Lebensende an der Station verbracht haben.

Die Interviews sind ein Beleg dafür, dass auf zwei Elemente, auf Atmosphäre und auf Präsenz primär zu achten ist, wenn wir aus der Sicht der Angehörigen einen guten Betreuungsrahmen zur Verfügung stellen wollen.

PatientIn gut aufgehoben

Schon in den ersten Interviews hat sich gezeigt, dass im Aufnahmeprozess Unsicherheiten für Angehörige entstehen, während die Zufriedenheit mit dem Aufenthalt selbst und mit dem Abschluss hoch war.

Angehörige erzählen, dass die Koordination und Kommunikation zwischen Hospiz und den zuweisenden Einrichtungen manchmal nicht nachvollziehbar war und dass sie dadurch in der Zeit vor der Aufnahme vielen zusätzlichen Unsicherheiten und Belastungen ausgesetzt waren.

Aber Lücken in der Begleitung von Angehörigen

Auch für das Erleben bei der Aufnahme selbst gibt es eine Aussage, die uns zu denken gegeben hat:

„…ganz am Anfang …. da war die Mutti sofort gut aufgehoben… aber für uns, also die Angehörigen, war die ersten zwei Stunden praktisch niemand da…“

Was wir besser machen können

Wir haben daher den Aufnahmeprozess überarbeitet. Abläufe und Formulare, die vor der Aufnahme ausgefüllt werden, wurden neu gestaltet und vereinfacht. Auch auf der Website findet sich inzwischen ein Anmeldeformular, das ausgefüllt gefaxt oder elektronisch übermittelt werden kann.

Die Krankentransport-Dienste haben wir um einen kurzen Anruf vor Ankunft gebeten, damit wir den kranken Menschen im vorgesehenen Stockwerk gut empfangen können.

Schon während der Monate, in denen wir die Interviews geführt haben, hat sich unsere Praxis geändert: die Erzählungen der Angehörigen haben unsere Aufmerksamkeit geschärft, und in den letzten Interviews ergeben die Antworten auf unsere Fragen nach der Aufnahmesituation bereits ein anderes Bild.

Elisabeth Medicus, Ärztliche Leitung Hospiz- und Palliativstation

Wir sagen Danke – Ehrenamtliche MitarbeiterInnen

Wir bedanken uns bei allen ehrenamtlichen MitarbeiterInnen für Ihren unermüdlichen Einsatz!

In 15 Hospizgruppen arbeiten derzeit 230 ehrenamtliche MitarbeiterInnen für die Tiroler Hospiz-Gemeinschaft. Sie schenken Menschen in ihrer letzten Lebensphase  Zeit und entlasten die Angehörigen.

Wir möchten uns von Herzen bei allen ehrenamtliche MitarbeiterInnen für Ihren unermüdlichen Einsatz bedanken!

Weitere Informationen zur ehrenamtlichen Mitarbeit finden Sie hier!

Hallo, bin ich jetzt beim mobilen Hospiz?

"Berührt von den Geheimnissen des Lebens und Sterbens" Elisabeth Draxl

Aus dem Alltag des Mobilen Hospiz- und Palliativteams

Eine aufgeregte Stimme berichtet über einen kranken Vater, der schon lange an einer Krebserkrankung im Kieferbereich leide, nun zu Hause unerträgliche Schmerzen und Atemnot habe. Der Hausarzt sei nicht erreichbar und der Patient will unter keinen Umständen in die Klinik.

Wir brauchen Unterstützung

Kurz darauf folgt eine rasche Visite zusammen mit unserer Hospizärztin und ein Therapieplan wird erstellt. Auf der Hospizstation, die alle Ressourcen bereit stellt, kann ich mir die nötigen medizinischen Behelfe holen und über eine Leitung durch die Haut Herrn K. eine Schmerzpumpe anbringen, deren Medikamente zugleich atemberuhigend wirken. Nach vielen Informationen, Nachfragen und Einfühlen entspannen sich Herr K. und seine Tochter zunehmend. Herr K. beginnt zu erzählen und scherzt mit uns. Die Tochter meint erstaunt: „So habe ich ihn schon seit Wochen nicht mehr erlebt.“ Als Herr K. mit mir zu flirten beginnt, weiß ich, dass ich für heute gehen kann.

Papa reagiert nicht mehr

Um 23 Uhr läutet das Notfalltelefon erneut. Der Sohn von Herrn K. hat den Nachtdienst übernommen und wirkt sehr besorgt: „Papa reagiert nicht mehr und er atmet so eigenartig.“ Herr K. ist nun am Ende seiner Erkrankung angelangt. Er wird bald sterben. Aber in der vertrauten Umgebung wirkt er durch die Medikamente und wohl durch die Nähe seines Sohnes sehr entspannt und ruhig. Irgendwann habe ich das Gefühl, ich sollte die beiden in ihrer Intimität und Vertrautheit alleine lassen. Zwei Stunden später berichtet mir der Sohn am Telefon, dass sein Vater friedlich verstorben ist.

Letztendlich wird alles gut

In den frühen Morgenstunden waschen und betten wir Herrn K. gemeinsam in frische Wäsche, zünden eine Kerze mit seinem Namen an und schmücken das Totenbett mit Blumen. Die Angehörigen sind verständigt und so bleiben wir noch einen Augenblick gemeinsam verbunden und innig berührt vom Geheimnis des Lebens und des Sterbens. Dankbar für diese Begegnung, diese Nähe und dem Erleben einer Gewissheit: Letztendlich wird alles gut, verabschiede ich mich in den beginnenden Tag.

Elisabeth Draxl, Pflegedienstleitung Tiroler Hospiz-Gemeinschaft

Wie begegne ich einem Menschen?

Hospiz ist eine Haltung zum Leben und Sterben

Dankbar für ein erfülltes Jahr 2009

Immer wieder ist es für uns alle wichtig, sich auf die Grundidee der Hospiz-Bewegung zu besinnen. Hospiz ist eine ganz persönliche Haltung zum Leben und zum Sterben. Sie ist nicht an einen Ort gebunden, sie kann immer und überall gelebt werden. Die entscheidende Frage ist: Wie begegne ich einem Menschen? Wie begegne ich ihm im Leben und eben auch im Sterben?

Sich zu begegnen und sich ZEIT zu nehmen für den anderen ist ein wesentlicher Anker in unserer Arbeit. Gerade das zeichnet das ehrenamtliche Engagement unserer MitarbeiterInnen aus. Zusätzlich sind ganzheitliche, liebevolle Pflege und medizinische Versorgung wichtige Säulen in unserer Betreuung.

Wissen, wohin ich mich wenden kann

Oft wird nur die Sicherheit und Beratung im Hintergrund benötigt, um gerade in der mobilen Betreuung die Angehörigen zu stärken. Zu wissen, wohin ich mich jederzeit wenden kann, wenn unvorhergesehene Situationen eintreten, ist ein wertvolles Angebot.

Immer mehr gelingt es uns, in ganz Tirol  zu helfen – sei es mit über 200 ehrenamtlichen MitarbeiterInnen, aber auch mit den entsprechenden hauptamtlichen Koordinatorinnen.

Für diese gemeinsam geleistete Arbeit bedanke ich mich ganz herzlich und möchte Mut machen zu vielen gemeinsamen Zukunftsschritten.

Marina Baldauf, Vorsitzende Tiroler Hospiz-Gemeinschaft

Liebe und Geborgenheit bis zuletzt

„Alles ist so gelaufen, wie ich es mir gewünscht habe“, Christine Berger

„Am Anfang, als mein Vater an Krebs erkrankt war, habe ich den Hospizgedanken weit weg geschoben. Ich war noch nicht soweit, mich der Endgültigkeit seiner Erkrankung zu stellen“, erzählt Christine Berger von ihren Erfahrungen mit der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft: „Aber ab dem Moment, wo ich die Krankheit meines Vaters akzeptiert habe, konnte ich das Hospiz als große Hilfe erfahren.“

Menschliche Würde bis zuletzt

„Hospiz bedeutet für mich, dass die menschliche Würde bis zuletzt im Vordergrund steht. Der Mensch wird liebevoll umsorgt, auch wenn er schwach ist, wenn scheinbar nichts mehr zu machen ist. Er kann in Würde gehen,“ meint Frau Berger.

„Der Angehörige kann im Pflegen eine große Stärke entwickeln“, sagt Frau Berger: „Die Hospiz-Gemeinschaft hat mir diese Stärke gegeben. Manchmal fühlte ich mich als pflegende Angehörige in meinen Sorgen allein gelassen. Aber durch die MitarbeiterInnen des Hospiz wusste ich, dass mir jemand mit Rat und Tat, Tag und Nacht zur Seite steht.“

Abschied Nehmen sei trotz allem auch eine positive Erfahrung. Frau Berger konnte nach dem Tod ihres Vaters ihren inneren Frieden finden: „Es ist alles so gelaufen, wie ich es mir gewünscht habe. Er durfte in Liebe und Geborgenheit sterben.“

Die Hospizbewegung in Tirol mit Ihrer Spende fördern!

Christine Berger ist förderndes Mitglied und unterstützt die Tiroler Hospiz-Gemeinschaft mit ihrer regelmäßigen Spende. Helfen auch Sie mit Ihrer Spende, dass immer mehr schwerkranke und sterbende Menschen und ihre Angehörigen „Liebe und Geborgenheit bis zuletzt“ erfahren dürfen.

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Ein VorWort … (zum Jahresbericht 2009)

Spuren der Zartheit hinterlassen Werner Mühlböck, Geschäftsführer Tiroler Hospiz-Gemeinschaft

ist eben nur ein Wort. Und sicher hatte Franz von Sales Recht mit seinem Zitat: „Ein Gramm Beispiel gilt mehr als ein Zentner guter Worte!“ Für einen Jahresbericht haben wir leider nur Worte, Bilder und Zahlen zur Verfügung, um einen Einblick in unsere tägliche Arbeit zu vermitteln.

Der Blick für das Wesentliche

So wichtig Klarheit und Transparenz in unserer Organisation auch sind, so vermögen es Worte und Zahlen nicht, den Blick für das Eigentliche zu öffnen. Und doch wage ich zu behaupten, dass in den Schilderungen meiner KollegInnen auf den folgenden Seiten ein Hauch jener Berührtheit, Ergriffenheit, Freude, Trauer, Unzulänglichkeit und Beschenktheit zu spüren ist, der als Düngemittel für eine positiven Entwicklung in unserer Gesellschaft wirkt.

Unser Bemühen in der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft ist vielleicht mit den Worten von Jean Cocteau am besten zu beschreiben: „Die Augen der Toten schließen wir mit Zartheit. Auch die Augen der Lebenden müssen mit Zartheit wieder geöffnet werden.“ In diesem gemeinsamen Bemühen danke ich allen, die durch ihr Mitgehen in der Hospizbewegung durch „ein Gramm Beispiel“ Spuren der Zartheit hinterlassen.

Werner Mühlböck, Geschäftsführer

Hier können Sie den gesamten Jahresbericht 2009 als PDF downloaden!

Ich gehe ein Stück mit Dir

„Ich gehe ein Stück mit dir“, den letzten Weg von dem wir wissen und der unweigerlich mit einem endgültigen Abschied verbunden ist: Das zu tun bereichert mich sehr, aber es fordert mich auch entsprechend.

Seit einem guten Jahr bin ich nach  einem einjährigen Lehrgang für Lebens-, Sterbe- und Trauerbegleitung bei der Caritas Mitglied der mobilen Hospizgruppe. Mit dieser Ausbildung habe ich mir einen langjährigen Wunsch am Ende meiner beruflichen Tätigkeit erfüllt. In meinem temporeichen und fordernden Beruf, in der intensiven Auseinandersetzung mit verschiedenen Themen und in der Begegnung mit vielen Menschen ist mir eines immer  wieder zu Bewusstsein gekommen: Letztendlich bewegt die Menschen nichts mehr, als die Liebe und der Tod.  Wenn es um Liebe oder Sterben, Abschied, Tod geht, wird alles andere relativ. Und das ist es auch.

Meine Begrenztheit spüren

„Ich gehe ein Stück mit dir“, den letzten Weg von dem wir wissen und der unweigerlich mit einem endgültigen Abschied verbunden ist: Das zu tun bereichert mich sehr, aber es fordert mich auch entsprechend. Obwohl ich in meinem Leben immer wieder unmittelbar mit dem Tod von Eltern, Verwandten, Freunden und Bekannten  konfrontiert war und ausgebildet bin in der Begleitung schwerstkranker Menschen und deren Angehörigen, spüre ich vor einer Begegnung nach wie vor meine Unsicherheit, werde von der Sorge ergriffen, etwas Falsches zu sagen, zu tun oder mich zu wenig in die Situation einfühlen zu können. Ich habe aber gelernt, diesen unsicheren Zustand in mir einfach als solchen zu akzeptieren, und ihn – das hilft mir – als normal und adäquat gelten zu lassen. Das große, bewegende Geschehen  lässt mich meine Begrenztheit spüren, aber auch meine Wichtigkeit im Dasein. Ich höre auf meinen Atem, suche festen Boden unter meinen Füßen und hole mir in Gedanken liebe Verstorbene zur Seite. Dann gehe ich los und suche die Brücke… Es ist der erste Schritt, der am meisten Kraft braucht.

Die Dichte des Schweigens wächst ins Lähmende

Wir sitzen am Gasthaustisch mit Freundinnen und Freunden und reden  über dies und das und plötzlich sagt jemand am Tisch: „Ich wollte euch heute sage, dass ich schwer krank bin und ich weiß nicht, wie lange ich es noch machen werde.“ Die Dichte des Schweigens  wächst ins Lähmende, alle starren auf den Teller.  In tiefster Betroffenheit sagt dann eine aus der Runde: „Ich bin total geschockt. Ich weiß nicht, was sagen. Was ist passiert?“ Am Ende eines Gespräches, das nicht fließt, aber stattfindet, meint die Betroffene: „Aber noch lebe ich. So intensiv wie noch nie. Und ein Teil davon seid ihr. Also!“

Bis zuletzt leben können

Cicely Saunders, die Begründerin der Hospizbewegung sagt: „…die Sterbenden sind bis zum letzten Augenblick ihres Lebens wichtig, und wir werden alles tun, damit sie nicht nur in Frieden sterben, sondern auch bis zuletzt leben können:“ Und da ist ganz viel möglich. Dieses Mitgehen auf dem Weg zum Tod  würdigen wir in diesem Gottesdienst als ein Werk der Barmherzigkeit. Es ist aber auch für einen selbst die Möglichkeit das Unwesentliche auszusortieren. Menschen am Weg zum Tod waren und sind für mich alle NachhilflehrerInnen, um wesentlicher zu werden im Leben: eine Gnadengabe der heiligen Geistkraft.

Trauer braucht Wahrhaftigkeit

Eine fast noch größere Herausforderung ist die Begleitung von trauernden Menschen. Nichts ist wie vorher. Ein „einzigartiger“ Mensch ist unwiederbringlich von uns gegangen und uns zur Seite steht – äußerst anhänglich – die Erinnerung, die oft sehr ambivalent ist. Nicht alles war eitel Wonne. Auch unsere Wahrhaftigkeit steht hier auf dem Prüfstand.

Als Begleitende Anteil nehmen zu dürfen an einem vielschichtigen Trauerprozess, an  guten und schmerzlichen  Erinnerungen, an dem Ringen des Betroffenen um einen neuen Selbst- und Weltbezug kostet Kraft und manchmal einen langen Atem, da ist nichts zu beschönigen: Sich zurückstellen und doch da sein in der Begleitung (Präsenz, Zuhören, Zeit nehmen, symbolische Gesten), den Respekt des Abstands zu wahren und den Mut der Nähe zu haben.

Den oder die Trauernde dort abzuholen, wo er oder sie steht, ist oft leichter gesagt als getan. Aber warum nicht versuchen? Ich interessiere mich für sein Hier und Jetzt, für seine Welt, nehme sie wahr, würdige sie und bin dort bei ihr oder ihm. Es ist nicht so wichtig gleich einen Trost bei der Hand zu haben. Das was ist, soll man einfach einmal da sein lassen.

“Trauer braucht Wahrhaftigkeit“ bleibt ein entscheidender Satz aus meiner Ausbildung und er gilt für beide Seiten: das Schwierige mit dem anderen zu ertragen, miteinander Rat zu halten und miteinander die Chancen  erörtern, in ein neues Leben hinein zu wachsen, um letztlich wieder Ja zum Leben sagen zu können.

Elisabeth Wiesmüller

Gedanken – Deinen Tod nicht verstanden

Deine Hand gehalten ...

Deine Hand gehalten.
Deine Nähe gespürt.
Deinen Duft geatmet.

Deine Sprache gesprochen.
Dein Lachen geliebt.
Dein Leben geteilt.

Deine Angst gesehen.
Deine Ungeduld verfolgt.
Deine Sorgen mißverstanden.

Deinen Schmerz erlebt.
Deinen Abschied beweint.
Deinen Tod nicht verstanden.

Helmuth Göhlert

Was hat Jazz mit Hospiz zu tun?

Urban Regensburger spielt am 8. Mai den zweiten Hospiz Brunch im Cafe Gritsch.

Der Pianist und Hospiz-Mitarbeiter Urban Regensburger im Gespräch

Am Samstag, 8.5.2010 findet zum zweiten Mal im Innsbrucker Cafe Gritsch der Hospiz-Brunch statt – eine Idee von Urban Regensburger, der in der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft für Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Im Gespräch erzählt er über das Konzept dieser künftig regelmäßig stattfindenden Veranstaltung und über seinen persönlichen Zugang zum Jazz.

Welche Idee steht hinter dem Hospiz-Brunch? Oder anders gefragt: Was hat Jazz mit Hospiz zu tun?

Urban Regensburger: Ein Brunch in einem Kaffeehaus ist eine Möglichkeit, in lockerer Atmosphäre auf die Anliegen der Hospizbewegung aufmerksam zu machen. Wir verbinden bei dieser Veranstaltung Kulturelles, Unterhaltendes und Informatives.

Wie kann man sich beim Hospiz-Brunch informieren? Findet ein Vortrag statt?

Nein, es wird keine Reden geben. Es liegt Informationsmaterial bereit und es sind MitarbeiterInnen der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft anwesend, die gerne Auskunft geben. Viele Menschen interessieren sich für die Hospizarbeit oder möchten wissen, in welchen Situationen man sich an die Hospiz-Gemeinschaft wenden kann. Über diese Themen zu sprechen fällt vielen Menschen schwer. Bei so einer niederschwelligen Veranstaltung ist es leichter, ins Gespräch zu kommen. Außerdem können Interessierte sich in eine Adressliste eintragen und künftig unsere Informationen per Post erhalten.

Soll der Hospiz-Brunch die Menschen zum Spenden animieren?

Es gibt die Möglichkeit, eine Spende ins Hospiz-Sparschwein zu werfen, aber das ist nicht das primäre Ziel der Veranstaltung. Vor allem wollen wir Hospiz ins Gespräch bringen, wir wollen Menschen sensibilisieren damit sie auch zu BotschafterInnen der Hospizidee werden.

Musik als Medium zur Verbreitung einer Idee?

Ja, Musik bringt eine gewisse Leichtigkeit – das Thema Sterben wird ja oft als sehr schweres Thema empfunden. Es geht in der Hospizarbeit aber sehr stark um das Leben, um das bewusste Er-leben, und es ist gut, sich das bewusst zu machen.

Du wirst im Cafe Gritsch selbst am Klavier sitzen – ist das eine Möglichkeit, deinen Beruf mit deiner Leidenschaft zu verbinden?

Musik ist für mich sehr wichtig, ich habe mich aber bewusst dazu entschieden, sie nicht zu meinem Beruf zu machen. Wenn es Berührungspunkte zwischen meinem Beruf und der Musik gibt, ist das natürlich schön.

Was bekommt das Publikum zu hören?

Ich spiele eine großen Querschnitt von Jazz-Standards, Bossa Novas und Jazz-Balladen. Mein Zugang zu dieser Musik ist ein sehr individueller, weil ich mich nach einer fundierten Grundausbildung recht bald von der üblichen Ausbildungswelt verabschiedet habe. Ich wollte meinen eigenen Weg finden. Ich orientiere mich am sogenannten Cool Jazz, spiele melodiös und auf Ausdruck bedacht. Wichtig ist mir jedenfalls, dass ich Musik für die HörerInnen mache und nicht für ein Fachpublikum.

Wie oft soll der Hospiz-Brunch künftig stattfinden?

Vorerst sind vier Termine pro Jahr im Cafe Gritsch in Innsbruck geplant. Grundsätzlich lässt sich das aber natürlich überall dort veranstalten, wo ein Klavier steht und Menschen offen für die Hospizidee sind.

Das heißt, wenn z.B. jemand aus einer anderen Region Tirols die Hospizidee unterstützen möchte, würdest Du Dich auch einladen lassen um dort zu spielen?

Ja, natürlich – wir freuen uns über jede Initiative!

Danke für das Gespräch!