Archiv für den Monat: Juni 2010

hospiz- und palliative care abc: Aktive Sterbehilfe

Kerzen

Aktive Sterbehilfe ist in Österreich verboten.

Aktive Sterbehilfe ist gezielte Lebensverkürzung. Sie ist Tötung auf Verlangen eines Kranken zur vorzeitigen Beendigung seines Leidens und damit seines Lebens. Aktive Sterbehilfe ist in Österreich verboten. Paragraph 77 des Österreichischen Strafgesetzbuches: “Wer einen anderen auf dessen ernstliches und jahrelanges Verlangen tötet, ist mit einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren zu bestrafen”.

Mitleid als Motiv

Mitleid als Motiv kann für das Strafausmaß bedeutend sein. Vom Europarat wurde im April 2005 neuerlich bekräftigt, in den 46 Mitgliedsstaaten weiterhin Aktive Sterbehilfe als strafbares Delikt zu ahnden. Jeder Arzt oder jede andere Person, die einem Patienten auf seinen eigenen Wunsch ein Medikament verabreicht, das direkt zum Tod führt, macht sich demnach strafbar. Die Niederlande und Belgien haben gesetzliche Ausnahmeregelungen geschaffen.

aus: begleiten bis zuletzt, Ratgeber für Angehörige von schwerkranken Menschen, Hospiz Österreich 2008

Tiroler Hospiz-Gemeinschaft begrüßt die Hospiz-Gemeinschaft Tiroler Unterland!

"Ich heiße alle ehrenamtlichen MitarbeiterInnen der beiden Hospizgruppen Kufstein und Kitzbühel und alle UnterstützerInnen der Hospizidee im Unterland herzlich willkommen!" Werner Mühlböck

“Ich freue mich sehr, dass sich der Verein Hospiz-Gemeinschaft Tiroler Unterland dazu entschlossen hat Teil der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft zu werden”, sagt Geschäftsführer Werner Mühlböck: “Ich heiße alle ehrenamtlichen MitarbeiterInnen der beiden Hospizgruppen Kufstein und Kitzbühel und alle UnterstützerInnen der Hospizidee im Unterland herzlich willkommen!”

Fusion beschlossen

Der Verein “Hospiz-Gemeinschaft Tiroler Unterland” hat in der  Generalversammlung vom 21. Juni 2010 beschlossen, mit 1. Juli 2010 mit der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft zu fusionieren. Die Tiroler Hospiz-Gemeinschaft wird ihren Tätigkeitsbereich ab 1. Juli auf die Bezirke Kufstein und Kitzbühel ausdehnen und die beiden bestehenden ehrenamtlichen Hospizgruppen in Kufstein und Kitzbühel in die Regionalarbeit des Vereins integrieren.

Gute Zusammenarbeit

“Wir freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit, insbesondere mit den ehrenamtlichen HospizbegleiterInnen, und möchten uns für das Vertrauen in unsere Arbeit bei allen Beteiligten herzlich bedanken”, fügt Werner Mühlböck an

Großer Erfolg des Benefiz Golfturniers zugunsten der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft

Zum 7. Mal luden Maria Wieser (Vorstandsmitglied der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft) und Silvia Seyerling am 6. Juni zum Benefiz-Golfturnier in Seefeld.

Alle TeilnehmerInnen und insbesondere die Organisatorinnen freuten sich über das stolze Übergebnis: 50.000 Euro für die Arbeit der Tiroler-Hospizgemeinschaft. Vielen Dank! Im Bild: Maria Wieser, Dr.Barbara Waldenberg, Dr.Marlis Schmid, Dr.Thomas Schmid (Golfpräsident), Walter Frenes (von links), Dr.Stefan Beck (knieend).

Tag für ehrenamtliche HospizbegleiterInnen 2010

Am Samstag, 12. Juni 2010, fand im Bildunghaus St. Michael, Matrei am Brenner der diesjährige Tag für ehrenamtliche HospizbegleiterInnen statt.

Der Tag hatte das Thema: "Menschen begleiten bis ans Lebensende. Was motiviert mich in meiner Arbeit als HospizbegleiterIn" Im Bild: Marina Baldauf, Vorsitzende der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft

HospizbegleiterInnen sind auf vielen Ebenen gefordert: Es geht darum, Menschen zu begleiten, in Krisen, in schwerer Krankheit, mitunter bis ans Lebensende.

Trotz guten Willens und hoher Motivation kann man als HospizbegleiterIn aber oft wenig TUN. Immer möglich ist es jedoch, in Beziehung zu treten.

Marina Baldauf, Vorsitzende der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft im Gespräch mit Birgit Both, Leiterin der Regionalarbeit

Die TeilnerhmerInnen konnten aus 7 Workshops wählen. Im Bild der Workshop: Mit allen Sinnen unterwegs in der Natur (Leitung: Norbert Schletterer)

Durch Weiterbildung eine breite Basis schaffen

Susanne Jäger

Die Bildungsarbeit der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft

Für das Bildungsreferat der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft war das Jahr 2009 ein Jahr des Aufbruchs. Zusätzlich zu Susanne Jäger, die bisher allein für die Bildungsarbeit verantwortlich war, wurde im Februar 2009 eine zweite Bildungsreferentin, Sonja Prieth, mit 30 Wochenstunden angestellt. Der Grund dafür war die Entscheidung des Vereinsvorstandes, diesen Arbeitsbereich in Zukunft weiter auszubauen.

Menschen sterben überall

Warum diese Schwerpunktsetzung? Die Betreuung von schwer kranken und sterbenden Menschen ist eine Aufgabe, die niemals nur von spezialisierten Palliativdiensten und Hospizen übernommen werden kann. Menschen sterben überall – in Altenwohnheimen ebenso wie zu Hause oder in Krankenhäusern. Um Menschen in der letzten Lebensphase bestmöglich betreuen zu können, brauchen Pflegende, MedizinerInnen und TherapeutInnen spezielles Fachwissen. Je besser sie in Palliative Care (aus)gebildet sind, umso sicherer und professioneller agieren sie in ihrer täglichen Arbeit. Die Schulung all dieser Berufsgruppen ist daher ein sehr wichtiges Mittel um ein Sterben in Würde für möglichst viele Menschen zu ermöglichen – und das ist das Ziel der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft.

Sonja Prieth

Großes Interesse an Bildungsveranstaltungen

Beim Palliativtag 2009 besuchten rund 200 Personen aus ganz Tirol Vorträge und Workshops zum Thema „Leiden lindern“. Aus Rückmeldungen wissen wir, dass sie hungrig sind nach mehr Information und nach fachlichem Austausch – und dass sie nach so einem Tag mit viel Motivation in ihre Arbeitsstellen zurückkehren. Im Raum Schwaz haben wir 2009 einen „Praxislehrgang Palliative Care“ veranstaltet und 20 Personen den Rahmen für intensives Lernen geboten, mit sehr großem Erfolg. Diese zwei Beispiele – eine Großveranstaltung und ein intensiver Lehrgang für eine kleinere Gruppe – stehen exemplarisch für die Vielfalt unserer Bildungsangebote. Jede Person, die sich in palliativer Betreuung weiterbildet, fügt ein Mosaiksteinchen zu dem großen Werk hinzu, an dem die Hospizbewegung weltweit arbeitet.

Susanne Jäger, Sonja Prieth Bildungsarbeit

Blitzlichter aus 2009

Die Austellung "Noch mal leben" war einer der Höhepunkte im Jahr 2009 - Portrait von Walter Shels

Februar/März: Die Fotoausstellung „Noch mal leben“ und das Rahmenprogramm in Innsbruck besuchen rund 5000 BesucherInnen.

April: Der 4. Tiroler Palliativtag in Kooperation mit der Ärztekammer entwickelt sich zu einem Palliative Care Bildungsmagneten. Über 200 TeilnehmerInnen übertreffen unsere Erwartungen.

Mai: 11 Frauen und ein Mann aus dem Raum Innsbruck-Land schließen ihre Ausbildung zur ehrenamtlichen Hospizbegleiterin bzw. zum ehrenamtlichen Hospizbegleiter in Inzing ab.

Juni: Erfolgreicher Abschluss des 1. Praxislehrgangs für Palliative Care in Kooperation mit dem Krankenhaus Schwaz mit 20 TeilnehmerInnen. Die AbsolventenInnen sind wichtige Botschafter und MultiplikatorInnen der Hospizbewegung.

Juni: 15 AbsolventInnen des Ausbildungskurses Hospizbegleitung in Schwaz nehmen als ehrenamtliche MitarbeiterInnen im Unterland ihre Arbeit auf.

Juli: Unsere völlig neu gestaltete Homepage geht erstmals unter www.hospiz-tirol.at online

September: Die Hospiz- und Palliativstation übersiedelt für vier Monate wegen Umbauarbeiten im Sanatorium Kettenbrücke in die Innsbrucker Klinik.

Oktober: Die Tiroler Hospiz-Gemeinschaft veranstaltet gemeinsam mit dem Land Tirol und der Tiroler Gebietskrankenhasse zum Landesplan eine Pressekonferenz in Reutte. Das Außerfern soll Modelregion für eine flächendeckende Hospiz- und Palliativversorgung werden.

Oktober: Der Welthospiztag 2009 wird von den regionalen Hospizgruppen außerhalb von Innsbruck groß gefeiert. An neun verschiedenen Orten organisieren sie Konzerte und Lesungen. Musik und Kunst als Fenster zur Seele sind  gute Botschafterinnen der Hospizbewegung.

Oktober: In Innsbruck startet ein weiterer Ausbildungskurs für ehrenamtliche Hospizbegleitung mit 15 TeilnehmerInnen.

Dezember: Start der Spenden- und Bausteinaktion für das Mobile Hospiz- und Palliativteam. Dank der großzügigen Unterstützung vieler Tirolerinnen und Tiroler konnte die Finanzierung für das Mobile Hospiz- und Palliativteam für das Jahr 2010 gesichert werden.

In der Begegnung liegt die Kraft

"Hospiz als Haltung im Alltag leben" Birgit Both

Was ehrenamtliche Hospizarbeit ausmacht

Ehrenamtliche Hospizarbeit bedeutet Da-Sein, Mit–Fühlen und Mit-Teilen. Das heißt nicht die Quantität, sondern die Qualität der Zeit spielt im Miteinander-Sein die wesentliche Rolle. Die Qualität des Lebens zeichnet sich durch die Begegnung mit den Menschen, durch die Beziehung zur Welt und die Beziehung zu sich selbst aus: „Dem Leben nicht mehr Tage, sondern den Tagen mehr Leben geben“ – so bringt es Cicely Saunders, einer der Mütter der Hospizbewegung, auf den Punkt.

Neue Kontakte knüpfen

Ein Abbild dieser Dynamik ist unser Ausbildungskurs für ehrenamtliche Hospizbegleitung. Die Ausbildung gliedert sich in einen theoretischen und einen praktischen Teil. Das Praktikum wird meist in regionalen Altersheimen absolviert, und nicht selten passiert es, dass die KursteilnehmerInnen nach intensiven Begegnungen in ihrem Praktikum weiterhin dort tätig sein möchten. So ist ein Ausbildungskurs immer auch Anlass, bewährte Beziehungen zu stärken oder neue Kooperationen zu knüpfen.

Altersheime als Hospizdrehscheibe

Das Team der Regionalarbeiterinnen ist im vergangenen Jahr wieder gewachsen: Wesentliche Aufgabe von Annelies Egger, unserer neuen Regionalbeauftragten für das Tiroler Oberland ist es, an der richtigen Stelle dafür zu sorgen, dass ehrenamtliche HospizbegleiterInnen Menschen tatsächlich auch begleiten können. Dazu gehört, die Zusammenarbeit mit Hospizgruppen, Altersheimen, Sozialsprengeln, Krankenhäusern, etc. zu fördern. Durch die Offenheit und Kooperationsbereitschaft der Altersheime, wie es beispielsweise im Außerfern, Imst oder Zirl der Fall ist, verwebt sich die Hospizarbeit immer mehr in den ganz normalen Alltag der Heime. So gelingt es uns in der ehrenamtlichen Hospizarbeit schrittweise, den Boden für eine gelebte Kultur des Lebens und Sterbens zu bereiten.

Birgit Both, Leitung Regionalarbeit