Archiv für September, 2010

Feierliche Eröffnung des Regionalbüros in Imst

Marina Baldauf (Vorsitzende der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft (THG), links) und Annelies Egger (Regionalbeauftragte der THG für das Oberland) freuten sich über die offizielle Eröffnung des Regionalbüros im Pflegezentrum Gurgltal am 21. September 2010.

Bgm. Stefan Weirather betonte die Wichtigkeit des erhenamtlichen Engagegements zahlreicher Oberländer für die Region und dankte allen ehrenamtlichen HospizbegleiterInnen für ihren unermüdlichen Einsatz.

Der Film "Leben im Sterben" der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft bot den zahlreichen BesucherInnen einen Einblick in unsere Arbeit.

Für die stimmungsvolle musikalische Umrahmung des Abends sorgte Frank Posch.

Harald Thurner überreichte Annelies Egger im Namen des Pflegezentrums Gurgltal einen Blumenstrauß und hieß sie herzlich willkommen.

Marina Baldauf (Vorsitzende der THG), Annelies Egger (Regionalbeauftragte für das Oberland der THG) und Harald Thurner (Pflegedienstleiter, Pflegezentrum Gurgltal)

Annelies Egger (Regionalbeauftragte für das Oberland der THG), Susanne Riml (Leiterin der ehrenamtlichen Hospizgruppe Ötztal), Angelika Scheiber (Leiterin der ehrenamtlichen Hospizgruppe Landeck), Frieda Köll (Leiterin der ehrenamtlichen Hospizgruppe Tarrenz-Gurgltal), Bürgermeister Stefan Weirather und Marina Baldauf (Vorsitzende der THG, von links)

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Bildungsfahrt ins buddhistische Kloster „Letzehof“

Das buddhistische Kloster Letzehof bei Feldkirch (Vorarlberg)

Am 23.06.2010 fuhren 10 Hospizler zu einer Bildungsfahrt ins buddhistische Kloster „Letzehof“ nach Feldkirch. Der Letzehof, schon 1366 erstmalig urkundlich erwähnt, gelangte 1980 im Erbweg an Helmut Gassner, der den Hof aus Tibet vertriebenen Mönchen als Heimstätte zur Verfügung stellte. In Frühling 1981 gründete Gesche Rabten Rinpotsche (seit 1964 philosophischer Assistent des Dalai Lama) das buddhistische Kloster auf dem Letzehof.

Als wir nach gut 2 Stunden Autofahrt ankamen wurden wir von Mönch Manfred Neurauter begrüßt. Er war vor vielen Jahren selbst Praktikant bei uns im Hospiz, und über ihn haben wir auch unseren Besuch organisiert.

Er führte uns gleich den wunderschönen Wiesenweg hinauf zum Stupa (sie wurde 1987 im Gedenken an Gesche Rabten Rinpotsche errichtet). Ein Stupa ist eine symbolische Darstellung des Geistes eines Buddha. Sie werden oft an Orten errichtet, wo viele Leute vorbeikommen. Dann führte er uns noch zu einem Aussichtspunkt, von wo aus wir gut auf Feldkirch sehen konnten.

Vor dem Mittagessen versammelten wir uns in einem Seminarraum und er brachte uns Grundlagen der Lehre des Buddha näher:

Unter Buddhismus versteht man die Unterweisungen des geschichtlichen Buddha. Diese Unterweisungen werden auch Dharma genannt, z.B.:

„Tu gar nichts Unheilsames, und führe Heilsames umfassend aus, zähme deinen Geist vollständig, das ist die Lehre des Buddha. …“

Das Mittagessen nahmen wir mit den Mönchen gemeinsam ein, bei dem sie ganz gegen ihre sonstigen Essgewohnheiten für uns Salat und eine Nachspeise auftischten.

Am Nachmittag trafen wir uns im Gebetsraum, wo Manfred für Fragen zur Verfügung stand. Wir unterhielten uns über die Begleitung von Sterbenden bis zu eigenen Heilsvorstellungen. Manfred hörte uns geduldig zu und versuchte einsichtig Rede und Antwort zu stellen.

Dann nahmen wir uns ein paar Stunden frei, in denen einige einen Besuch in Feldkirch machten und andere die einmalige Atmosphäre des Letzehofs genossen. Wir trafen uns um 18 Uhr zum Abendgebet, was in Tibetisch vorgetragen wurde. Auf dem Heimweg gingen uns so manche Dinge durch den Kopf, dieser Tag hat uns den Buddhismus wohl etwas näher gebracht.

Norbert Schletterer

„Tu gar nichts Unheilsames, und führe Heilsames umfassend aus, zähme deinen Geist vollständig, das ist die Lehre des Buddha. …“

Die wunderschöne Umgebung des Klosters

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Rituale – Haltegriffe in der Dunkelheit und Brücken zum Himmel

„Seelsorger sollten Hoffnungsträger sein“ Tommy Mullur

„Heute noch erinnere ich mich ganz genau, als ich während eines Bereitschaftsdienstes in den Kreißsaal gerufen wurde“, erzählt der Krankenhausseelsorger Tommy Mullur in seinem Buch „Frohes Warten – früher Tod.“

Wenn Geburt und Tod aufeinandertreffen

Die Hebamme sagte am Telefon: „Wir brauchen dringend einen Seelsorger, da wir eine Totgeburt erwarten.“ Es wurde ein Kaiserschnitt vorbereitet. Ich näherte mich Frau L. und stellte mich vor. Sie bat mich um den Segen für sich und ihre Kinder – sie war mit Zwillingen schwanger. Ich fasste Mut und sprach ein Segensgebet. In einem Nebenraum wartete bereits der Vater. Gemeinsam breiteten wir ein weißes Tuch über den Tisch und zündeten eine Kerze an. Die Hebamme brachte einen Polster und ein Kreuz, während mir der Vater erzählte, wie es dazu kam: „Eines der beiden Kinder entwickelte sich mehr als das andere. Deshalb sollte dieses Kind im Ausland operiert werden. Eine Ungewissheit nach der anderen. – Das waren die schlimmsten Wochen unseres Lebens. Dann kam dieser Blasensprung – nun sind beide tot.“

Als die Hebamme die Kinder brachte war es ganz still. „Es sind zwei Mädchen.“ „Wir feierten eine Namensgebungsfeier und eine Abschiedsritus für die beiden Babys. Wenige Worte und viele Tränen“, schreibt Tommy Mullur.

Rituale ordnen im Chaos der Gefühle

Der Krankenhausseelsorger Tommy Mullur steht immer wieder Müttern und Vätern gegenüber, deren Hoffnungen und Pläne jäh zerbrochen sind. Tod anstelle des Lebens, Verzweiflung, Schock und Angst statt Freude und Glück.

Rituale können dabei helfen, das Chaos der Gefühle zu ordnen. „Das verstorbene Kind befindet sich ja, wie wir hoffen und glauben, in einer anderen Wirklichkeit“, erzählt Tommy Mullur. „Ich habe oft erlebt, dass ein gelebtes Ritual helfen kann eine Beziehung zum verstorbenen Kind in seiner unsichtbaren Wirklichkeit aufzubauen.“

Immer wieder begegnet er Menschen, die nicht die Gelegenheit hatten, sich von ihrem verstorbenen Kind würdevoll zu verabschieden. „Dann klafft häufig eine offene Wunde. Und das eigene Herz wird zum Grab. Wir brauchen aber Gräber, Orte, vertraute Menschen und eben auch Rituale, wo wir unsere Trauer hintragen, durchleben und überwinden können.“

Tomy Mullur /Andrzej Krzyzan (Hg.)
Frohes Warten – Früher Tod

Wenn Eltern ihr Kind vor, bei oder kurz nach der Geburt verlieren

ISBN 978-3-7022-3029-6
€ 17,95 / SFr. 31,50
http://www.tyrolia.at/

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Vortrag/Lesung von Altbischof Reinhold Stecher

"Die Hospizbewegung gehört zu den wichtigsten und beeindruckensten Initiativen, die in den letzten Jahrzehnten entstanden sind", sagte Altbischof Reinhold Stecher bei seinem Vortrag in Silz am 10. September 2010.

Die Veranstaltung war der Auftakt zu den Aktionswochen im Tiroler Oberland, die noch bis 5. Oktober 2010 andauern.

Maria-Luise Randolf (links) und Martha Stocker (rechts) von der Hospizgruppe Mittleres Oberinntal-Mieminger Plateau bedankten sich bei Altbischof Stecher für seinen Vortrag und seiner Verbundheit mit den Anliegen der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft.


Weitere Informationen zu den Aktionswochen und alle Veranstaltungen im Überblick finden Sie hier!

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Gedanken – Sehqualität

... das Herz aus den Augen verlierst ...

Sehqualität

wenn du
das herz
aus den augen
verlierst
sieh dich vor
du wirst
mit blindheit
geschlagen

Werner Kallen

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Ehrenamtliche Hospizbegleitung – Informationsabend in Innsbruck am Do, 23. September 2010

Der nächste Ausbildungskurs für ehrenamtliche HospizbegleiterInnen findet in Innsbruck statt.

Ein Abend für alle Menschen, die sich für eine Tätigkeit als ehrenamtliche/r HospizbegleiterIn interessieren. MitarbeiterInnen der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft informieren über die Aufgabengebiete ehrenamtlicher HospizbegleiterInnen, über die Ausbildung und über die Anforderungen, die an BewerberInnen gestellt werden.

Vorkenntnisse oder Erfahrungen in der Betreuung kranker Menschen werden nicht erwartet. Voraussetzung für die Ausbildung ist aber psychische Stabilität und die Bereitschaft, sich auf die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Tod einzulassen.

Genauere Informationen zur Ausbildung für ehrenamtliche HospizbegleiterInnen in Innsbruck 2010/11

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Der palliative Behandlungsplan als Unterstützung für das Sterben zu Hause und im Pflegeheim

Von anderen Ländern wissen wir, dass die „Vorausschauende Planung am Lebensende" zu hoher Zufriedenheit bei Patienten, ihren Familien und den Betreuenden führt.

Krisenhafte Situationen am Ende des Lebens führen oft zur Einweisung ins Krankenhaus, die den Betroffenen aus seiner gewohnten Umgebung reißt und die Sicherung von Betreuungskontinuität bedeutend erschweren kann. In vielen Fällen ist dies mit einer hohen Belastung des Patienten und einer Belastung des Notarztsystems verbunden, ohne dass ein erkennbarer Nutzen entstehen würde. Oft leiten diese Krisen den Sterbeprozess ein.

Vorausschauende Planung am Lebensende

Von anderen Ländern wissen wir, dass die „Vorausschauende Planung am Lebensende” zu hoher Zufriedenheit bei Patienten, ihren Familien und den Betreuenden führt.

Es gibt inzwischen auch in Pflegeheimen in Tirol Erfahrungen mit vorausschauender Planung für palliative Behandlungssituationen und mit Dokumentationswerkzeugen für diese Situation. Im Sozialen Kompetenzzentrum in Rum wurde ein brauchbares Formular für diese Planung entwickelt.

Palliativer Behandlungsplan entwickelt

In einer Veranstaltung in der Ärztekammer im Juni 2010 wurde dieses Formular vorgestellt. Mit Hausärzten, leitenden Pflegekräften, Notärzten und palliativ geschulten Ärzten wurde dieses Instrument anhand von Fallbeispielen erprobt und anschließend adaptiert. Jetzt liegt das Formular als Download für die allgemeine Verwendung vor.

Hier können Sie das Formular zum Palliativer Behandlungsplan downloaden!

Hier können Sie das Begleitschreiben zum Palliativen Behandlungsplan downloaden!

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Wir haben viele Tränen gelacht und auch einige geweint

„Wir haben eine Reise in uns selbst gemacht“, Erika Kathrein (letzte Reihe links)

„Das erste Wochenende war emotional schon sehr stark“, erzählt Erika Kathrein eine Bergbäuerin aus Bschlabs. Sie ist eine der Teilnehmerinnen, die Ende April die Ausbildung für ehrenamtliche HospizbegleiterInnen im Außerfern begonnen hat.

In den nächsten sechs Monaten werden die 14 Frauen sich mit den Themen Trauer, Tod und Sterben intensiv beschäftigen. Der Einstieg in die Thematik ist eine Auseinandersetzung mit persönlichen Lebens- und Verlusterfahrungen.

Eine Reise in unsere Mitte

„Sehr bewegend und emotional war dieses erste Wochenende. Wir haben alle einige unserer ‚Löcher‘ aufgearbeitet. Soweit ich das beurteilen kann, hat sich jede auf diese Reise auch wirklich eingelassen.“

Wie bei guten Freunden

Erika Kathrein ist schon gespannt auf die folgenden Seminare und Themen. Auf jeden Fall ist sie sehr motiviert und meint: „Die Latte für‘s nächste Mal liegt auf jeden Fall hoch.“ Außerdem freut sie sich schon, die Gruppe wieder zu treffen. Denn irgendwie sei es wie bei guten Freunden gewesen, „da lacht und weint man eben viel.“

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Das Labyrinth – Ankommen und Aufbrechen

Das Labyrinth ist ein gutes Bild für die Entwicklung des menschlichen Lebensweges.

Ein Labyrinth ist kein Irrgarten

Das Labyrinth ist ein gutes Bild für die Entwicklung des menschlichen Lebensweges.

Das Labyrinth hat keine Abzweigungen, sondern nur einen Weg. Verschlungen und voller Wendungen umkreist er zuerst mehrmals die Mitte und nachdem er sie erreicht hat, führt er wieder nach außen. Auf das Leben übertragen bedeutet das: Ziele zu erreichen ist nicht das Ende des Weges, sondern nach den erreichten Zielen steht noch ein weiterer Weg an, der mit neuer Perspektive den alten Spuren folgt. Damit kann sich der Blick auf innere Dinge richten, die noch verwandelt und integriert werden sollen.

Einladung zur Kurskorrektur

Das Labyrinth spricht in faszinierender Weise die Einladung zur Wende aus.

Eine Wendung kann eine sanfte Kurskorrektur, aber auch eine totale Neuorientierung bedeuten, ein völliges Abweichen von der bisher verfolgten Richtung und die Hinwendung zu einem gänzlich neuen Ziel.

In allem was wir tun und erleben, gehen wir nicht nur auf die von uns verfolgten Ziele, sondern auch auf ein weit größeres Ziel zu. In den äußeren Veränderungen vollzieht sich eine innere Wandlung. Wenn diese Wandlung, wenn die Höhen und Tiefen unseres Lebens den Boden bereiten, den Raum dehnen, das Herz weiten und darin die Liebe wächst und blüht, dann entfaltet sich unser Leben zu tiefer Schönheit und Dankbarkeit.

Gesamter (teilweise gekürzter) Text aus: Gernot Candolini, Wendepunkte des Lebens, Claudius Verlag – Weitere Infos:

www.labyrinth.at

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