Gib den Füßen Ruhe,
aber auch dem Herzen.
Weisheit aus Nigeria
Die verbleibende Zeit bei einer schweren Erkrankung zu Hause verbringen zu können, war vor 20 Jahren die Feuerstelle unserer Arbeit. Sicherheit zu geben, zu beraten und zu begleiten in einer vertrauten Umgebung, steht für unser Mobiles Hospiz- und Palliativteam nach wie
vor im Vordergrund. Die Angehörigen zu entlasten, aber sie auch als die wichtigsten Begleiter zu sehen, erfordert Respekt, Wachsamkeit und Einfühlungsvermögen.
Aber auch die Möglichkeit bei zu starker Belastung unsere Hospiz- Station in Anspruch zu nehmen, ist zu einer tragenden Säule geworden. Neben aller professionellen Versorgung bleiben immer der menschliche, herzliche Umgang und der klare Blick auf die Bedürfnisse der Betroffenen wesentlich.
Ich bin sehr dankbar dafür, die Rahmenbedingungen für unsere Hospiz- Arbeit in Tirol mitgestalten zu dürfen und das Bewusstsein für die Hospizidee weiterzutragen. Das gemeinsame Anliegen, die Sterbezeit als Lebenszeit zu gestalten, betrifft uns alle. Daher ist Ihre Unterstützung besonders wichtig.
Marina Baldauf
Vorsitzende der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft
Aktuelle Infos zu den Themen Hospiz und Palliative Care im World Wide Web:
Am Samstag den 26. November 2011 fand der Abschlusstag der Ausbildung zur ehrenamtlichen HospizbegleiterIn im Tagungshaus Wörgl statt. Die TeilnehmerInnen absolvierten 80h Theorie und 80h Praxis als Vorbereitung auf Ihre zukünftige Tätigkeit als ehrenamtliche HospizbegleiterInnen.
Wir gratulieren allen TeilnehmerInnen zum erfolgreichen Abschluss Ihrer Ausbildung und danken Ihnen für Ihre Bereitschaft, die Hospizbewegung in Tirol durch Ihr Engagement mitzutragen!
Zum weltweiten Gedenktag der verstorbenen Kinder
lädt die Klinikseelsorge Innsbruck ein zur
Gedenkmesse für Kinder
die vor, während oder kurz nach der Geburt verstorben sind
mit Bischof Dr. Manfred Scheuer
am
Sonntag, 11.12.2011 um 14.00 Uhr
im Dom zu St. Jakob, Innsbruck
Jeden 1. Samstag im Monat, 15-17 Uhr, findet ein Forum für Eltern, deren Kinder vor, während oder kurz nach der Geburt verstorben sind, im Haus der Begegnung, Innsbruck, Rennweg 12, statt (außer in den Schulferien). Kontakt: PA Mag. Tomy Mullur, Klinikseelsorge Innsbruck, Tel: 050 504-22285
Buchempfehlung:
„Frohes Warten – früher Tod“
Erfahrungen/Rituale/Trauerbegleitung
Autoren: Tomy Mullur/Andrzej Krzyzan
Tyrolia-Verlag

Mit den Bildern der Ausstellung „Noch mal leben“ werden die Schülerinnen dazu ermutigt, die Themen Sterben und Tod ein Stück an sich heranzulassen.
Erwachsene tun ihren Kindern keinen Gefallen, wenn sie Sterben, Tod und Trauer tabuisieren und von ihnen fernhalten wollen. Vielmehr verstellt dieses Verdrängen den Blick auf die Fülle des Lebens und schneidet die jungen Menschen von wichtigen Lebenserfahrungen ab.
Denn Fragen des Sterbens sind immer auch Lebensfragen.
„Hospiz macht Schule“, ein Projekt der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft und der Katholischen Jungschar, bietet Kindern und Jugendlichen die Chance, sich in ihrem Schulalltag in einem geschütztem Rahmen mit ihren eigenen Trauer- und Verlusterfahrungen bewusst auseinander zu setzen. So können sie erfahren, dass das Leben aus Lachen und Weinen, sowie Freude und Trauer besteht.
Kontakt und Information:
Susanne Jäger, Bildungsreferat Tiroler Hospiz-Gemeinschaft
Tel.: 0512/72 70-38
office@hospiz-tirol.at
Projektleitung:
Maria Streli-Wolf, Tiroler Hospiz-Gemeinschaft
Hannes Wechner, Katholische Jugend

Das Vocalensemble 'Vocapella Innsbruck' spielte den "Totentanz" von Hugo Distler in der Pfarrkirche Silz. Foto: Vocapelle Innsbruck
Unter der einfühlsamen Leitung von Bernhard Sieberer, gestaltete sich der „Totentanz“ für das zahlreich erschienene Publikum zum berührenden und wunderbaren Klangerlebnis.
Angelehnt an den Lübecker Totentanz, eine bildliche Darstellung des Todes, der alle, Reich und Arm, Jung und Alt zum Tanz auffordert und mit sich nimmt, vertonte Hugo Distler 1934 den Dialog zwischen dem Tod und seinen „Auserwählten“, Kaiser, Bischof, Edelmann, Arzt, Bürger, Bauer, Greis, Jungfrau und Kind.
Die Auswahl der SprecherInnen brachte unübersehbar zum Ausdruck: er holt uns alle, eines Tage, Gevatter Tod, sei bereit! Die SprecherInnen der Rollen stammen allesamt aus der Region Mittleres Oberinntal – Mieminger Plateau, unter anderen stellte sich der Bürgermeister von Silz, Hermann Föger, zur Verfügung, den Text des Kaisers zu rezitieren. Dirigent, Chor und SprecherInnen, sowie alle guten Geister hinter den Kulissen gestalteten allesamt ehrenamtlich einen berührenden und beglückenden Abend.
Eingerahmt wurde das Konzert mit Werken von Bach. Der hatte dann auch das Schlusswort bzw den Schlussklang, mit dem gestlichen Liede „Komm süßer Tod“
Komm, süßer Tod, komm, selge Ruh!
Komm, führe mich in Friede,
weil ich der Welt bin müde,
ach komm, ich wart auf dich,
komm bald und führe mich,
drück mir die Augen zu.
Komm, selge Ruh!
Sehr still und sehr berührt blieb das Publikum einige Momente, bevor die Begeisterung sich durch viel Applaus Luft machte.
Hugo Distlers “Totentanz” mit dem Vocalensemble Vocapella Innsbruck
unter der Leitung von Bernhard Sieberer
Pfarrkirche Silz, 20 Uhr bis 21 Uhr, Welthospiztag 2011
Begrüßung durch Maria Luise Randolf, Hospizgruppenleiterin Mittleres Oberinntal – Mieminger Plateau
Grußworte Tiroler Hospiz-Gemeinschaft durch Susanne Jäger
Kurze Einführung in das Werk durch den Dirigenten Bernhard Sieberer
Das Vocalensemble Vocapella Innsbruck, ergänzt durch Sprecher und Sprecherinnen aus der Region führte anlässlich des Welthospiztages den Totentanz von Hugo Distler auf.
Sussanne Jäger, Bildungsreferentin Tiroler Hospiz-Gemeinschaft
Wurzel und Kern der Hospizbewegung ist das leidenschaftliche, bürgerliche Engagement ehrenamtlich tätiger Menschen. Deshalb braucht Hospiz keinen Ort. Hospiz ist ein Versprechen, das sich nicht an Patienten, sondern an sterbende Menschen als Gäste wendet. Deshalb ist Hospiz vor allem Haltung, die ihre Kraft aus dem Engagement der Ehrenamtlichen gewinnt.
Doch seit diesen ersten Anfängen ist viel entstanden. Ehrenamtliche sind heute Experten auf Ihrem Gebiet. Sie nehmen eine lange Ausbildung auf sich, durchschnittlich 100 Stunden Befähigungskurse und mindestens 20 Stunden Hospitation. Hospiz ist Haltung, doch wie lässt sich diese Haltung beschreiben? Was kann, will, soll Ehrenamt leisten? Und was nicht? Wo liegen die Wurzeln der Bürgerbewegung Hospiz? Was versteht man eigentlich unter Spiritualität? Wie genau sieht die ehrenamtliche Hospizarbeit vor Ort aus?
Diesen und noch vielen weiteren Fragen gehen die Autoren des Buches nach. Sie beschreiben dabei keineswegs eine “Heile Welt” des Ehrenamtes, sondern fragen auch, welche Verpflichtungen Ehrenamtliche mit ihrer Tätigkeit eingehen, welche Möglichkeiten es gibt, die Fähigkeiten der BegleiterInnen zu verbessern und wie das Ehrenamt angesichts der Institutionalisierung und Professionalisierung von Hospizarbeit und Palliative Care auch in Zukunft die ihm eigene Haltung bewahren kann. Zahlreiche farbige Abbildungen und Kurzbiographien der Autoren unterstreichen, dass auch die Texte dieses Buches eine aus dem Leben gewonnene Haltung transportieren. Entstanden ist dabei nicht nur eine lebendige Auseinandersetzung mit der ehrenamtlichen Hospizarbeit, sondern ein Kurshandbuch, das in Schulungen vor Ort eingesetzt werden kann und deshalb durch einen Anhang mit juristischen Hinweisen und Gesetzestexten ergänzt wird. Ein Buch, das in jedes Hospiz, jede Palliativeinrichtung und in jeden Bücherschrank eines Ehrenamtlichen im Hospiz gehört.
Hospiz ist Haltung
Kurshandbuch Ehrenamt
Prof. Dr. Marie-Luise Bödiker, Gerda Graf, Horst Schmidbauer (Hg.)
208 Seiten, Hardcover, durchgehend farbig
ISBN 978-3-941251-44-1
Ludwigsburg 2011
Preis: Euro 28,00 (D), Euro 28,80 (A)