Archiv für Juni, 2012
Blitzlichter 2011
Verfasst von Maria Streli-Wolf unter Menschen am 29. Juni 2012

Einer der Höhepunkte des Jahres 2011: Marina Baldauf (mitte) bei der Überreichung des Ehrenzeichens des Landes Tirol durch LH Günther Platter (links) und LH Luis Durnwalder (rechts).
• FEBRUAR: Die dritten Aktionswochen der Tiroler Hospiz- Gemeinschaft finden im Bezirk Schwaz statt. Die Tiroler Hospiz-Gemeinschaft stellt in mehreren Vorträgen und Filmabenden ihre Arbeit vor. Die Vorsitzende der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft, Marina Baldauf, erhält in einer Feier im Tiroler Landhaus das Ehrenzeichen des Landes Tirol.
• APRIL: Zum sechsten Mal findet der Palliativtag der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft im Hypo Center in Innsbruck mit ca. 200 TeilnehmerInnen statt. Thema der Veranstaltung: „Das Lebensende des hochbetagten Menschen.“
• MAI: Gemeinsam mit der Fakultät für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung (Iff ) startet die Tiroler Hospiz-Gemeinschaft den 1. Interprofessionellen Universitätslehrgang für Palliative Care mit 25 TeilnehmerInnen in Innsbruck. Wir erweitern unser online Service und verschicken zum ersten Mal einen digitalen Newsletter. Der Newsletter erscheint vier Mal im Jahr, informiert über Aktuelles in der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft und wird an über 1000 Adressen versandt. Zusätzlich versenden wir sechs Mal im Jahr einen Bildungsnewsletter. Unter dem Leitgedanken „Das Göttliche, das uns trägt“, findet am 7. Mai der jährlich stattfindende Ehrenamtlichen Tag im Haus Marillac in Innsbruck statt.
• JUNI: Diplomkrankenschwester Sabine Zangerl ist neue Regionalbeauftragte für das Tiroler Unterland. Ihr Büro ist im Bezirkskrankenhaus Kufstein. Abschluss der Ausbildung für ehrenamtliche HospizbegleiterInnen mit 11 Frauen und drei Männern in Innsbruck.
• JULI: Der Mobile Palliativkonsiliardienst im Bezirk Schwaz nimmt seinen Dienst auf. Ziel des Dienstes ist, sterbende Menschen und ihre Angehörige zu Hause oder im Heim zu unterstützen.
• OKTOBER: Die regionalen Hospizgruppen von Kufstein bis ins Außerfern feiern unter dem Motto „Klang des Lebens“ den Welthospiztag 2011 mit neun Veranstaltungen. 10 Frauen und 3 Männer aus dem Oberland beenden die Ausbildung für Ehrenamtliche HospizbegleiterInnen in Imst. Die vierten Aktionswochen der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft finden im Bezirk Kufstein/ Kitzbühel statt.
• NOVEMBER: 12 Frauen aus dem Unterland schließen ihre Ausbildung für ehrenamtliche HospizbegleiterInnen ab.
• DEZEMBER: Mit Ende des Jahres 2011 legt Marina Baldauf nach 10 Jahren ihr Amt als Vorsitzende der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft zurück. Ihre Nachfolgerin wird die ehemalige Gesundheitslandesrätin und Ärztin Elisabeth Zanon.
Foto: Land Tirol/Mück
Gedanken – Seele und Liebe
Verfasst von Urban Regensburger unter Gedanken am 27. Juni 2012
Stell dir deine Seele als einen Baum vor,
der von der Liebe erschaffen ist und deshalb
einzig von der Liebe zu leben vermag.
Katharina von Siena
„Angst vorm Tod? Nein, aber jetzt bitte noch nicht …“ – Neue Ausgabe der “Sonnenblume” erschienen
Verfasst von Urban Regensburger unter Menschen am 25. Juni 2012

"So manche Entscheidung wird im Angesicht des eigenen Todes Leichter." Hubert von Goisern auf der Hospiz und Palliativstation Innsbruck
Aus dem Inhalt:
- Aus einem besonderen Holz geschnitzt
- Tiefe und Weite – Hospizfahrt nach Assisi
- „Angst vorm Tod? Nein, aber jetzt bitte noch nicht …“ – Hubert von Goisern zu Besuch auf der Hospiz und Palliativstation
- „Ich will JETZT in die Stadt, alleine und nicht später!“ – Zwischen Selbstbestimmung und Fürsorge im Pflegeheim
- „Ich möchte, dass er bei mir bleibt, bei uns. Ich lasse ihn nicht los.“
- Tag für ehrenamtliche HospizbegleiterInnen 2012
- Was wir tief in unserem Herzen fühlen, geht durch den Tod nicht verloren.
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Tiroler Hospiz Gemeinschaft beim 2. Tiroler Frauenlauf
Verfasst von Urban Regensburger unter Menschen am 25. Juni 2012
Liebe für schwerkranke Menschen – Benefizsoirée brachte 89.000 Euro für die Tiroler Hospiz-Gemeinschaft
Verfasst von Urban Regensburger unter UnterstützerInnen am 21. Juni 2012

Bei der Scheckübergabe an die Tiroler Hospiz-Gemeinschaft (v.l.n.r Christa Redik (Innsbrucker Festwochen der Alten Musik), Barbara Achammer (ea. Projektleitung für THG), Alfred Miller (Wirtshaus Schöneck), Elisabeth Zanon (Vorsitzende THG), Oliver Schönitzer (Villa Blanka), Veronika Sandbichler (KHM Schloss Ambras), Brigitte Trampusch (Dekoration)) © THG/Foto Stanger
Unter dem Motto „Jedermann für Hospiz – Hospiz für Jedermann(frau)“ bewiesen zahlreiche Tiroler Unternehmen und private Sponsoren im Rahmen der Benefizsoiree am 1. Juni 2012 im Schloss Ambras ihre große Anteilnahme am Schicksal schwerkranker Menschen. Die Benefizsoiree wurde in Kooperation der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft mit den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik und dem KHM Kunsthistorischen Museum Schloss Ambras veranstaltet.
„Es freut mich ganz besonders, dass unsere Tiroler Unternehmen und viele Privatpersonen ihre soziale Verantwortung wahrnehmen“, stellt die Vorsitzende der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft Dr. Elisabeth Zanon fest: „Eine aktive Zivilgesellschaft ist neben dem öffentlichen Geldgebern ein wesentlicher Garant dafür, dass die Tirolerinnen und Tiroler in ihrer letzten Lebensphase nicht allein gelassen werden.“
Nun überreichten die OrganisatorInnen und Kooperationspartner des Benefizabends den Reinerlös von 89.000 Euro an das Hospiz. Der Betrag sichert das Mobile Hospiz- und Palliativteam bis Ende 2012 ab. Dr. Barbara Achammer, ehrenamtliche Projektleiterin: „Der Einsatz und die Freude unseres Teams, für das Hospiz den Abend zu gestalten, war großartig. Dieses außergewöhnliche Ergebnis konnte nur durch die unentgeltliche Mitwirkung aller sowie durch zahlreiche Sachspenden erreicht werden, sodass die Eintrittserlöse wirklich zu 100% dem Hospiz zu Gute kamen.“
„Wir wollen durch das was wir tun, Leben erfüllter, reicher und lebenswerter machen. Die Hospizbewegung hat ähnliche Gründe für ihr Tun: sie hat es sich zu ihrer Aufgabe gemacht, das Leben von Menschen in ganz besonders schwierigen Lebensphasen lebenswerter und erfüllter zu machen,“ so Christa Redik, Geschäftsführerin der Innsbrucker Festwochen. „Uns war es ein großes Anliegen durch unsere Erfahrung, guten Kontakte und Manpower die Tiroler Hospiz-Gemeinschaft bei der Organisation dieser Veranstaltung zu unterstützen.“
“Für das Hospiz wurden erstmals die historischen Rüstkammern für ein Dinner geöffnet “, freut sich Dr. Veronika Sandbichler, Direktorin KHM Sammlungen Schloss Ambras über den großen Erfolg.
Der Abend gliederte sich in einen literarisch-musikalischen Teil mit Burgschauspieler Nicholas Ofczarek und Tamara Metelka, die, musikalisch begleitet von den Brüdern Wladigeroff, Texte von Nobelpreisträgern zum Thema Liebe vortrugen. Im Anschluss fand in den historischen Rüstkammern ein Benefizessen für 150 Personen statt, unentgeltlich ausgerichtet durch Sternekoch Alfred Miller (Wirtshaus Schöneck), Villa Blanka, Gottardi Feine Weine und Brigitte Trampusch (Dekoration).
Unter den prominenten Unterstützern befanden sich unter anderem Fröschl Bau und ATP Architekten und Ingenieure, die Tiroler Versicherung, Excellent Beauty sowie die TIWAG.
Da geht ein Mensch – Diagnose Magenkrebs. Austherapiert.
Verfasst von Christina Karafiat-Seitz unter Begegnungen am 20. Juni 2012
Anfang März 2011 wird meine Mama von der Klinik ins Hospiz überstellt. Ein Jahr voller Operationen, Chemotherapie, Hoffnungen, Rückschlägen und Schmerzen liegt hinter uns.
Bereits in dieser Zeit hat das mobile Team des Hospizes meine Mama betreut. Menschen, die sich um den Menschen kümmern, nicht um einen Patienten. Ebenso wie im Hospiz: Die Mitarbeiter gehen auf die individuellen Bedürfnisse ein, schenken Ruhe, Zeit und Aufmerksamkeit. Nicht mehr die Krankheit steht im Vordergrund, sondern die Linderung der Schmerzen.
Ich und mein jüngster Sohn wohnen mit Mama rund um die Uhr im Hospiz, können ihr ganz nah sein, bei der Pflege helfen, werden Teil des Hospiz-Alltags. Er lernt genau in dieser Zeit Laufen, zieht sich an Pflegebetten und Rollstühlen hoch, ist der Sonnenschein auf der Station, ein Symbol für den Anfang des Lebens.
Ich bin dankbar für die Chance, langsam Abschiednehmen zu können. Wenn es zu schmerzvoll wird, ist immer ein Mitarbeiter des Hospizes da, begleitet mich in meiner Verzweiflung und Trauer. Mama wird immer weniger. Wir bekommen Unterstützung von allen Seiten, als wir beschließen, sie nach 14 Tagen nach Hause zu bringen. Wieder ist das mobile Team bei uns, gibt Gewissheit, das Richtige zu tun.
Am nächsten Abend geht Mama für immer weg. Das Hospiz hat diesen würdevollen Abschied ermöglicht. Ermöglichen Sie mit ihrer Spende die Arbeit des Hospizes. Danke.
Christina Karafiat-Seitz
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Gedanken – Wünsche
Verfasst von Urban Regensburger unter Gedanken am 19. Juni 2012
Ent-Wicklung
Verfasst von Werner Muehlboeck unter Menschen am 15. Juni 2012
Wir leben in einer schnelllebigen Zeit. Dauernde Anpassung an das scheinbar immer Neue gilt als Voraussetzung um, „in“ zu sein, um auf die Anforderungen von Zeitgeist und Technik zu reagieren, um mitten im Leben zu stehen. Dies gilt nicht nur für jeden einzelnen Menschen, dies gilt auch für Organisationen.
Gerade für eine Bewegung wie die Tiroler Hospiz-Gemeinschaft bedarf es eines genauen Abwägens und Hinschauens auf die eigene Entwicklung. Dies insbesondere deshalb, da wir gemäß unseres Grundauftrags, in manchen Belangen eine Gegenbewegung sind. Eine Bewegung gegen das Abschieben von Schwerkranken und Sterbenden oder gegen das Keine-Zeit-mehr-Haben, getreu unserem Motto, „wenn nichts mehr zu machen ist, dann ist noch ganz viel zu tun“. Gerade vor diesem Hintergrund haben wir das Jahr 2011 auf unserer Hospiz- und Palliativstation dafür genutzt, innerhalb unserer Organisation auf unseren Grundauftrag zu schauen und unsere Organisation zu ent-wickeln. Das heißt unser Leitbild frei zu wickeln von den Einflüssen des Zeitgeistes.
Nach einem Zitat von Karl Rahner ist „die unbequemste Art der Fortbewegung das In-sich-Gehen“. Leichter ist das Fortgehen. Für das gemeinsame Gehen, Ent-Wickeln und Wirken bedanke ich mich herzlich bei unseren haupt- und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen. Bewegte Menschen und ein klarer Weg machen letztlich unsere BeWEGung aus. Dafür bin ich dankbar und voller Hoffnung.
Werner Mühlböck, Geschäftsführer Tiroler Hospiz-Gemeinschaft
Wenn das Leben ganz Augenblick wird
Verfasst von Elisabeth Zanon unter Begegnungen am 10. Juni 2012

„Ich sehe mich als Hüterin dieser letzten Lebensräume und Freiheiten.“ Elisabeth Zanon, Vorsitzende der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft
Meine Vorgängerin Marina Baldauf, eine der Pionierinnen der Tiroler Hospizbewegung, hat es mir möglich gemacht in diese Gemeinschaft während des letzten halben Jahres 2011 Schritt für Schritt hinein zu finden. Was ich während dieser Zeit erleben durfte, hat mich tief beeindruckt und von der Notwendigkeit einer derartigen Bewegung überzeugt.
Noch aus meiner Zeit als Klinikärztin weiß ich, dass die Zeit des Abschiednehmens für die Betroffenen wie für die Angehörigen eine Phase höchster seelischer und geistiger Intensität und Anspannung ist. Als ehrenamtliche Vorsitzende durfte ich jetzt auf der Hospiz- und Palliativstation in Innsbruck erleben, wie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Menschen in ihrer letzen Lebensphase Ruhe, Gelassenheit, Sicherheit und Menschlichkeit gepaart mit hoher Professionalität und tiefer Herzlichkeit geben. In so einer Atmosphäre kann das Sich-Einlassen auf das Hier und Jetzt möglich werden, und es gelingt, den schönen Augenblick zum Verweilen einzuladen.
Wenn das Leben ganz Augenblick wird, schwindet alles traurige Vergleichen…
Die Bedürfnisse, Hoffnungen und Erwartungen eines jeden Menschen sind im Leben wie auch im Sterben immer einzigartig und individuell. Dieser Individualität eines Lebens im Ableben gilt es, ausreichend Raum und Zeit zu geben.
Es ist meine Sorge, dass das durchaus gut gemeinte und auch teilweise notwendige Bestreben nach messbaren Standards, Qualitätskriterien und den daraus folgenden Regulierungen diese Freiräume einengt und beschneidet. Im Namen der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft sehe ich mich als Hüterin dieser letzten Lebensräume und Freiheiten eines sterbenden Menschen.
Elisabeth Zanon, Vorsitzende Tiroler Hospiz-Gemeinschaft
Foto zum Auftanken – Blume
Verfasst von Urban Regensburger unter Menschen am 8. Juni 2012











