Archiv für Juli, 2012

Gedanken – Anderssein

Solange du dem anderen sein Anderssein
nicht verzeihen kannst, bist du noch weit ab
vom Wege der Weisheit.

Weisheit aus China

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„Eine breite Auswahl an lehrreichen, interessanten und nützlichen Fortbildungen“

Sonja Prieth und Susanne Jäger sind für die Bildungsangebote der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft verantwortlich.

Das Bildungsreferat der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft veranstaltet laufend Seminare, Vorträge und Tagungen für verschiedene Zielgruppen. DGKS Alfreda Sturm, seit 1. April 2011 Koordinatorin des Palliativteams Außerfern, hat schon zahlreiche Veranstaltungen besucht. Im Interview mit Susanne Jäger und Sonja Prieth erzählt sie, warum sie das Bildungsangebot der THG schätzt.

Sie nehmen laufend an Seminaren und Vorträgen der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft teil, obwohl Sie bereits sehr viel über Palliative Care wissen. Was motiviert Sie, immer wieder Weiterbildungen zu besuchen?

Die Aufgaben in der Palliativbetreuung sind sehr komplex und vielfältig, daher braucht man umfassendes Wissen, pflegerisch-fachliche Kompetenz und Handlungs- und Reflexionsfähigkeit. Das Bildungsprogramm der THG bietet mir eine breite Auswahl an lehrreichen, interessanten und nützlichen Fortbildungen, Seminaren und Vorträgen. Es hilft mir, dem Anspruch an meine verantwortungsvolle Tätigkeit gerecht zu werden.

Die Weiterbildungen, die von der THG angeboten werden, sind teils nur für Fachleute, teils für ein gemischtes Publikum aus Fachleuten und Laien. Wie erleben Sie diese beiden Settings?

PalliativpatientInnen sollten umfassend und vor allem multiprofessionell betreut, gepflegt und begleitet werden, daher sind beide Settings unterstützend. Bei den „gemischten“ Settings erlebe ich immer wieder einen offenen Austausch, welcher mich in meinem ganzheitlichen Ansatz stärkt. Zudem profitiere ich von den Perspektiven der verschiedenen Berufsgruppen, und dies ermöglicht mir, ein besseres Verständnis für die Bedeutung von Palliative Care als Teamleistung zu entwickeln.

Wie erleben Sie die Stimmung in den Weiterbildungen der THG? Findet hier ein kollegialer Austausch statt?

Die Atmosphäre ist stets von Freundlichkeit und Wertschätzung geprägt. Alle TeilnehmerInnen können ihre eigenen Erfahrungen einbringen. Anhand von aktuellen Fallbeispielen und Übungsangeboten fördern die ReferentInnen den Lernprozess und auch dessen Nachhaltigkeit.

Was schätzen Sie in einer Weiterbildung am meisten?

Besonders schätze ich, dass wir Teilnehmenden als Fachleute betrachtet und miteinbezogen werden. Sehr positiv finde ich auch die Möglichkeit der „Bildung nach Maß“: Damit können die Einrichtungen Seminare vor Ort anbieten, und den MitarbeiterInnen bleibt unter Umständen eine längere Anreise nach Innsbruck erspart.

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Gedanken – Himmel

Noch die kleinste Pfütze
spiegelt den Himmel.

Weisheit aus Litauen

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14. Benefiz-Radtour führte nach Innsbruck

Die Benefizradler radelten für schwerkranke Kinder von Mingolsheim bis Innsbruck. Im Bild mit Vizebürgermeister Christoph Kaufmann.

Die Radler am Balkon des Innsbrucker Rathauses

Am 5. Juli 2012 brachen die SEW-Benefizradler Matthias Beyer, Rainer Haßfeld und Christian Richling bei herrlichem Sonnenschein zu ihrer diesjährigen Tour nach Innsbruck auf. Traditionell wurden sie am Mingolsheimer Rathaus zahlreich verabschiedet. Auch MdL Heribert Rech und Bürgermeister a.D. Rolf Müller waren gekommen. Besonders gefreut haben sich die drei Radler über die Fünftklässler der Franz-Josef-Mone-Förderschule, die mit gebastelten deutschen und österreichischen Fähnchen zum Abschied winkten.

Vizebürgermeister Christoph Kaufmann empfing Radler

Nach einer rundum gelungenen Tour – es regnete nur abends und gab lediglich einen platten Reifen zu flicken – wurden die Radler am 8. Juli von Innsbrucks Vizebürgermeister Christoph Kaufmann empfangen. Im Gepäck hatte er einen Scheck über 150 Euro über den sich die Benefizradler sehr freuten. Herr Kaufmann war von dem Engagement der drei so beeindruckt, dass er sie für den nächsten Morgen zu einem 2. Frühstück ins Rathaus einlud.
Auf der Rückfahrt wurde traditionell über die Planungen für die nächste Tour sinniert.

Erlös kommt schwerkranken Kindern zu Gute

Der Erlös der Radtour kommt dem Förderverein der onkologischen Abteilung der Kinderklinik Karlsruhe zu Gute. Durch die Tour wird die ambulante häusliche Palliativ-Versorgung der jungen PatientInnen unterstützt.

Weitere Infos zu SEW-Eurodrive finden Sie hier!

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Fotos zum Auftanken – Schmetterling

Foto: THG/Urban Regensburger

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Dem Leben mehr Leben geben

„Unser aller Leben ist, unabhängig davon wie kurz oder wie lange es ist – lebenswert!“ Susanne Riml

Als ich 2003 die Ausbildung zur ehrenamtlichen Hospizbegleiterin machte, war mir nicht bewusst für welch ein breites Spektrum an Tätigkeiten ich in den kommenden Jahren zuständig und verantwortlich sein würde.

Hospizbegleitung heißt Lebensbegleitung

Das Hauptanliegen von ehrenamtlichen HospizmitarbeiterInnen ist, schwer kranken und sterbenden Menschen bestmögliche Lebensqualität bis zuletzt zu geben. Ehrenamtliche Hospizbegleitung bedeutet auch Angehörige in dieser schweren Situation zu unterstützen, sie stundenweise zu entlasten und in der ersten Zeit der Trauer für sie da zu sein. Öffentlichkeitsarbeit spielt dabei eine wichtige Rolle. Wir alle müssen erst dafür sensibilisiert werden, dass der Tod zum Leben gehört und sterben

ein Teil unseres Lebens ist! So heißt Hospizbegleitung nicht nur Sterbe und Trauerbegleitung, sondern auch Lebensbegleitung.

Unvergesslich, lebenswerte Stunden

Dazu eine kurze Geschichte: Ich besuchte wöchentlich einen 96 jährigen Mann. Dieser wohnte alleine in einem Wohnwagen auf einem heimischen Campingplatz. Dort war er schon viele Jahre. Herr M. hatte zu seiner Familie, die in Deutschland lebte, kaum Kontakt. Er fühlte sich oft sehr einsam. Deshalb freute er sich sehr, wenn sich die Wohnwagentüre öffnete und ich mich für einige Zeit zu ihm setzte. Wir führten viele Gespräche z.B. über die Zeit, die ihm mit seinen fast hundert Jahren viel zu schnell geworden ist und über den Tod. Er wünschte sich, dass ich auch „am Schluss“ bei ihm wäre. Leider kam es dann ganz anders. Herr M. wurde, als sich sein Gesundheitszustand verschlechterte, von einem seiner Söhne nach Deutschland gebracht, wo er wenige Tage später verstarb.

Seinen Herzenswunsch konnte ich ihm leider nicht erfüllen, aber ich durfte ihm und mir viele unvergessliche vor allem aber lebenswerte Stunden schenken. Denn unser aller Leben ist, unabhängig davon wie kurz oder wie lange es ist – lebenswert!

Ehrenamtliche Hospizbegleitung

14 Hospizgruppen mit rund 250 ehrenamtlichen MitarbeiterInnen in ganz Tirol begleiten und betreuen schwer kranke und sterbende Menschen zu Hause, im Heim oder im Krankenhaus. Sie schenken Zeit und Zuwendung, entlasten Angehörige, übernehmen kleine Hilfeleistungen und unterstützen Trauernde.

Hospizteams in den Regionen Tirols

  • Innsbruck und Umgebung
  • Inzing
  • Kitzbühel
  • Kufstein
  • Landeck
  • Lechtal
  • Lienz Altenheim
  • Oberinntal – Mieminger Plateau
  • Ötztal
  • Reutte
  • Schwaz und Umgebung
  • Tarrenz, Gurgltal
  • Wipptal
  • Zillertal

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Hospizgruppe Kufstein besuchte Wallfahrtskirche Stampfanger in Söll

Die ehrenamtliche Hospizgruppe Kufstein

Die Hospiz – Gruppe Kufstein hat am Freitag den 06.07.2012  ihr Hospiz-Jahr vor der Sommerpause abgeschlossen.

Wir haben wieder ein anstrengendes Jahr in der Hospiz-Arbeit hinter uns und dankten Gott in der schönen Wallfahrtkirche Stampfanger in  Söll, dass er uns die Kraft für unsere Aufgabe für Sterbende und Angehörige da zu sein gibt. Ganz besonders wollten wir noch einmal an die Verstorbenen seit Juli 2011 bis Juli 2012 denken, wir zündeten eine Kerze an hielten eine Andacht und nach der Andacht legten wir einen Stein mit Namen und Sterbedatum in den Stampfangerbach, so konnten wir uns gut von unsren Patienten verabschieden.

Die Hospiz - Gruppe Kufstein verlassen drei Hospiz- MitarbeiterInnen: Danke für den Einsatz den ihr geleistet habt, für die Mitarbeit und für die Gespräche - Die ganze Hospiz- Gruppe Kufstein

Irene Gritsch, Gertraud Knauseder und Romana Atzl verlassen unsere Gruppe wir haben uns mit Blumen und einem kleinen Geschenk verabschiedet. Danke für die gute Zusammenarbeit.

Es gab dann eine gemütliche Runde bei Kaffee und Kuchen in der Hexenalm wo wir uns noch ganz viel zu erzählen hatten, wir wünschten uns einen schönen Sommer und freuen uns auf unser nächstes Monatstreffen im September.

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Die 10 meistgelesenen Artikel im Juni 2012

Die zehn meistgelesenen Artikel im Hospiz Tagebuch im Juni 2012.

Die zehn meistgelesenen Artikel im Hospiz Tagebuch im Juni 2012.

  1. Tiroler Hospiz Gemeinschaft beim 2. Tiroler Frauenlauf
  2. Liebe für schwerkranke Menschen – Benefizsoirée brachte 89.000 Euro für die Tiroler Hospiz-Gemeinschaft
  3. „Angst vor dem Tod? Jetzt bitte noch nicht…“ Hubert von Goisern zu Besuch auf der Hospiz- und Palliativstatio
  4. Ausbildung zur ehrenamtlichen Hospizbegleiterin im Außerfern
  5. Muss ich ganz loslassen? – Gedenkgottesdienst für Verstorbene am Ostermontag
  6. “Lerne leben!” – ALS Patient Gerhard Schöpf spricht über sein Leben und seine Krankheit
  7. Marina Baldauf erhält Ehrenzeichen des Landes Tirol
  8. Sterben und Tod in verschiedenen Religionen
  9. Praxislehrgang Palliative Care in Hall in Tirol
  10. Nicholas Ofczarek liest für Hospiz-Bewegung

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„Eigentlich sollte man schon am Anfang des Lebens hier sein …“

Auf der Hospiz-und Palliativstation wird der Mensch in seiner Ganzheit wahr und ernst genommen.

„Diese grauenhaft aggressiven Nervenschmerzen, die von meiner Hüfte abwärts das ganze rechte Bein malträtierten, waren reine Folter und ließen mich die Wände hoch gehen“, erzählt Ulla Oberhammer. Sie hat seit einigen Jahren einen metastasierenden Darmtumor. Auf Empfehlung ihrer Hausärztin ging sie im Herbst vergangenen Jahres spontan auf die Hospiz- und Palliativstation und bat um ein Gespräch mit der leitenden Ärztin. „In diesem Moment hatte ich eigenartigerweise sofort das Gefühl ‚jetzt bin ich gerettet‘, ich war einfach nur noch selig“, erinnert sich Ulla Oberhammer. Inzwischen kann sie dieses überwältigende Gefühl der Sicherheit und Ruhe genauer zuordnen, denn seit einigen Wochen ist sie auf der Hospiz- und Palliativstation in Innsbruck um mit Hilfe einer Schmerzpumpe die quälenden Schmerzen zu lindern.

Ein Ort der Gelassenheit

„Diese Zelle der Gelassenheit, diese Ruhe und menschliche Freundlichkeit ist die Seele dieses Ortes. Als mich in der Phase der Schmerzpumpeneinstellung wieder einmal die schlimmsten Schmerzen quälten, stand eine Ärztin an meinem Bett und war einfach nur für mich da. Ihr einfaches und vor allem ruhiges und sicheres Dasein halfen mir in meinem unendlichen Schmerz und gaben mir große Sicherheit.“

Für‘ s Leben etwas mitnehmen

Ulla Oberhammer wird wieder nach Hause gehen können. „Hier im Hospiz, in dieser Atmosphäre der Ruhe, spüre ich meine eigene Ungeduld besonders stark. Ich möchte von dem was ich hier erleben darf etwas für mein Leben mitnehmen. Ich wünsche mir gelassener, lassender und zulassender werden zu können.“ Und meint nachdenklich: „Vielleicht sollte ja jeder Mensch schon am Anfang des Lebens einmal hier gewesen sein.“

Die Hospiz- und Palliativstation

Auf der Hospiz- und Palliativstation mit 14 Betten in Innsbruck werden Schmerzen und andere Symptome wie Übelkeit oder Atemnot mit den Mitteln moderner Palliativmedizin und -pflege behandelt. Im Zentrum des Tuns steht das Wohl des ganzen Menschen. Das heißt, der Mensch wird mit seinen physischen, psychischen, sozialen und spirituellen Bedürfnissen begleitet.

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Gedanken – Träumer

Ja, ich bin ein Träumer … Denn nur Träumer
finden ihren Weg durchs Mondlicht und erleben
die Morgendämmerung, bevor die Welt erwacht.

Oscar Wilde

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