Beiträge getagged mit Lebensende
8. Tiroler Palliativtag – Die Grenzen an der Grenze des Lebens
Verfasst von Urban Regensburger unter Fragen und Antworten am 15. April 2013
Der 8. Tiroler Palliativtag am Samstag den 13. April fand auch dieses Jahr im Hypo-Center in Innsbruck statt. Er war auch dieses Mal restlos ausgebucht und ein voller Erfolg.

Dr. Elisabeth Medicus (Ärztliche Leiterin Tiroler Hospiz-Gemeinschaft) eröffnete den 8. Tiroler Palliativtag.

Dr. Erich Lehner widmete seinen Eröffnungsvortrag dem Thema “Mit Leiden leben – Grenzerfahrung Tod”.

MMag. Peter Norden setzte sich mit dem Thema “Wie haltet ihr das aus? – Arbeit mit schwer kranken Kindern” auseinander.

Dr. Daniel Büche und Pflegefachfrau Mona Mettler vom Konatonsspital St. Gallen sprachen über “Die Not am Lebensende – Wie machbar ist das gute Sterben?”

Dr. Gustl Zabernigg sprach über “Palliative Sedierungstherapie an den Grenzen der Symptomlinderung”.

Im Abschlussvortrag sprach Dr. Anton Schuierer über die “Spirituelle Begleitung von Menschen im Übergang”.
Statements der TeilnehmerInnen zum Palliativtag:
- „Sehr bereichernd, weit über medizinische Aspekte hinaus v. a. sehr guter Abschluss!“
- „Besonders der letzte Beitrag war sehr berührend und damit unvergesslich. Danke für diesen tollen Tag“
- „Ein sehr interessanter und informativer Tag. Nehme viele Gedanken mit. Alles sehr gut organisiert inkl. Verpflegung. Freu mich schon auf ein nächstes Mal.“
- „Dieser Tag ist für mich eine große Bereicherung und Bestärkung für meine Arbeit als Diplomkrankenschwester, meist im Nachtdienst tätig. Ich freue mich schon auf das nächste Jahr. Vielen Dank!“
- „Die besten Referenten heute waren für mich Daniel Büche und Mona Mettler. Sie haben mich am meisten beeindruckt, berührt und waren am menschlichsten und sehr praxisbezogen.“
- „Das angenehme Ambiente und die ausgezeichnete Verpflegung rundeten einen interessanten Tag positiv ab.“
Wir danken der Hypo-Tirol Bank für die Unterstützung!
Lebensfreude am Lebensende – Vortrag am 6. November 2012
Verfasst von Urban Regensburger unter Fragen und Antworten am 2. November 2012
Vom Wert des Lebens angesichts von Not, Leid und Begrenzung
Vortrag von Mag. Elisabeth Darxl
(Pflegedienstleiterin Tiroler Hospiz-Gemeinschaft)
Dienstag, 6. November 2012, 19:30 Uhr
Haus der Begegnung, Rennweg 12, Innsbruck
Auf die Frage: „Was ist Lebensfreude?“ erhalten wir spontan Antworten wie: Lachen, Genießen, Essen, Lieben. Es handelt sich dabei um vitale, kräftige Bilder, Bilder mit Dynamik und Bewegung.
Wer aber mit den schmerzlichen und dunklen Seiten des Lebens zu tun hat und am eigenen Leib die Begrenzungen des Lebens z.B. in einer Krankheit erfährt, der fühlt sich oft von dieser Art von Vitalität getrennt und abgeschnitten.
Existenz bedeutet immer auch, in Begrenzungen zu leben: Kraft, Zeit, Fähigkeiten und Möglichkeiten stehen uns nicht unendlich zur Verfügung und im Leben eines jeden Menschen ist bei genauer Betrachtung immer auch Leid zugegen.
Not und Endlichkeit lassen den Wert des Lebens sichtbarer werden und oft wird erst in der Not spürbar, was Leben in seiner Gesamtheit bedeutet. Manchmal wird es so möglich, eine Neuorientierung, eine Vertiefung des Lebens zu erleben, ein Wesentlich-Werden. Dann kann existenzielles Glück, und das ist die Freude am Leben, auch im Leid möglich sein. Wie wir in unserem gesellschaftlichen Umfeld mit diesem Widerspruch der menschlichen Existenz umgehen und welche gesellschaftspolitisch relevanten aber auch ganz individuellen Lösungen wir dafür finden, wird Gegenstand dieses Vortrags sein.
Die Freiheit, sich am Kopf zu kratzen
Verfasst von Elisabeth Ziegler-Duregger unter Begegnungen am 4. April 2012

„Wann ist es noch im Sinne des Patienten, ihn mit allen medizinischen Maßnahmen am Leben zu erhalten?“ Elisabeth Ziegler-Duregger
Er liegt seit Tagen im Krankenhaus. Das Altersheim, in dem er seit 8 Jahren lebt, hat ihn nach dem zweimaligen Sturz aus dem Bett dorthin überwiesen. Er ist sehr schwach und hält die Augen meist geschlossen. Die Finger sind um die Gitter neben dem Bett gekrampft und eiskalt. Der Atem geht pfeifend und durch den geöffneten Mund. Mit heftigen Kopfbewegungen weist er Wasser und Essen zurück. In regelmäßigen Abständen drehen die Schwestern den steifen Körper auf die andere Seite. Er bekommt keine Besuche, da die wenigen Verwandten weit weg wohnen und auch nicht wissen, dass er im Krankenhaus liegt. Ein freiwilliger Helfer aus dem Altersheim und ich sind die einzigen, die regelmäßig am Bett sitzen und durch unsere Anwesenheit die Notwendigkeit des Anbindens der Hände an die Gitter für eine kurze Zeit aufheben. Nur dann ist es möglich, dass er sich am Kopf kratzen kann, oder die juckende Nase reibt.
Die selten geöffneten Augen blicken in eine unendliche Ferne
Er hat das starke Bedürfnis sein Hemd auszuziehen und nutzt jede Befreiung der Hände dazu, sich die Decke von den Beinen zu streifen und an der Windel zu zerren. So lange es geht, liegt er nackt da, bis Schwestern den aussichtslosen Kampf wieder aufnehmen, ihm ein neues Hemd anzuziehen. Das macht ihn sehr zornig und die Rufe dringen bis auf den Gang. Inzwischen liegt er in einem Einzelzimmer. Seine Arme sind von Infusionsnadeln zerstochen. Auf der Brust klebt ein Pflaster, das die Schmerzen lindern soll. Die nur selten geöffneten Augen blicken in eine unendliche Ferne.
Welche Krankheit wäre die Erlaubnis zum Tod?
Ich versuche den Ärzten und Schwestern zu erklären, dass es meiner Meinung nach nicht im Sinne des Patienten ist, ihn mit allen medizinischen Möglichkeiten am Leben zu halten. Da ich nicht verwandt bin kann ich keine Entscheidungen beeinflussen. Das einzige Zugeständnis ist die Versicherung, dass bei Atemstillstand keine Reanimation erfolgen soll, dass aber der ärztliche Eid es verlangt, dass er künstlich ernährt wird und Medikamente erhält. Er soll nicht an einer Lungenentzündung sterben, wird mir versichert.
Ich überlege, welche Krankheit ihm die Erlaubnis zum Tod geben könnte? Ich bekomme große Angst vor ähnlichen Erlebnissen wenn ich krank bin. Wie würde ich mich verhalten, wenn mein eigener Vater dort liegen müsste?
Was könnte beim Sterben helfen?
Inzwischen vergehen die Tage in gleichmäßigem Rhythmus des medizinischen Betriebes. Am heiligen Abend zünde ich eine kleine Kerze an und gebe ihm einen weichen kleinen Weihnachtsengel in die Hand, der sonst am Gestänge über dem Bett befestigt ist. Er streicht mit ihm um sein Kinn und weint, dass die Tränen über die Wangen rinnen. Am nächsten Tag sehe ich ihm zu, wie er vergeblich versucht, sich aufzurichten. Aus den undeutlichen Worten kann ich heraushören, dass er weg will. Ich versuche ihm zu sagen, dass ich seine Sehnsucht verstehe. Ich weiß einfach nicht, was ihm beim Sterben helfen könnte oder was ihn daran hindert. Sind es die medizinischen Maßnahmen oder innere Widerstände gegen den Tod?
Ich kann nur am Bett sitzen und ihm für eine Stunde die Freiheit gewähren, sich am Kopf zu kratzen…
Zwei Tage nach Weihnachten werde ich um 6 Uhr morgens vom Krankenhaus verständigt, dass er gerade verstorben ist. Ich bin so schnell als möglich dort und fühle noch den warmen Körper, ich bin dankbar dass er nun frei ist, dort zu sein, wo er immer am glücklichsten war und was er im Altersheim am meisten vermisst hat, seine Alm und den Geruch von Kühen.
Elisabeth Ziegler-Duregger, Leiterin Stadtbücherei Lienz und Autorin
Weitere Informationen zur Autorin und Ihrer Arbeit für Trauernde finden Sie auf Ihren Websiten:
Neue Broschüre – Palliative Care erschienen
Verfasst von Urban Regensburger unter Fragen und Antworten am 6. Dezember 2011
Der Tiroler Arbeitskreis für Onkologie (TAKO) hat sich entschlossen in Kooperation mit der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft ein Sonderheft zum Thema “Palliative Care” herauszugeben, das Ärzten, Pflegenden und anderen Betreuenden zur Unterstützung ihrer praktischen Arbeit zur Verfügung stehen soll.
Nach der Definition der WHO aus dem Jahr 2002 ist Palliative Care ein Konzept, mit dem die Lebensqualität der Patienten und ihrer Familien verbessert werden soll, wenn sie mit einer lebensbedrohlichen Krankheit und den damit verbundenen Problemen konfrontiert sind. Dies soll durch Vorsorge und Linderung von Leiden, durch frühzeitiges Erkennen und Erfassung und Behandlung von Schmerzen und anderen physischen, psychosozialen und spirituellen Problemen erfolgen.
Die Broschüre enthält Empfehlungen für die Behandlung der Symptome und behandelt die wichtigsten Fragen, die sich bei der Betreuung am Lebensende stellen, will Hilfe und Checkliste sein, erhebt aber nicht den Anspruch eines Lehrbuches, die Themen umfassend zu beschreiben. Ausdrücklich werden auch nicht-onkologische Krankheitsbilder in den Blick genommen.
Hier können Sie die Broschüre “Palliative Care” als PDF downloaden!
Ernährung am Lebensende – Aktionswochen Kufstein und Kitzbühel
Verfasst von Urban Regensburger unter Fragen und Antworten am 21. Oktober 2011

Veronika Klymiuk (Pflegedienstleitung) begrüßte die BesucherInnen im Namen des Pflegeheims St. Johann. Die Veranstaltung am 20. Oktober 2011 war Teil der Aktionswochen in Kufstein und Kitzbühel.

Dr. Christoph Gabl (Palliativmediziner der THG) konnte alle Fragen zur künstlichen Ernährung am Lebensende beantworten. Ein besonderes Augenmerk legte er auf die Fragestellung: Heißt Lebensverlängerung auch Leidensverlängergung?
Lebenserhaltung oder Leidenverlängerung? – Künstliche Ernährung schwer kranker Menschen
Verfasst von Urban Regensburger unter Fragen und Antworten am 13. Oktober 2011

Dr. Christoph Gabl (Tiroler Hospiz-Gemeinschaft) sprach bei seinem Vortrag am 11. Oktober 2011 in Kufstein über künstliche Ernährung am Lebensende. Gemeinsam mit DGKS Gabi Hauser zeigte er das Spannungsverhältnis zwischen Lebenserhaltung und Leidensverlängerung auf: Es ist für Angehörige und Betreuende oft schwer auszuhalten, wenn alte oder schwer kranke Menschen nicht mehr essen wollen oder können. Die Frage nach künstlicher Ernährung bedingt auch die Frage, ob Lebenserhaltung nicht gleichzeitig Leidensverlängerung bedeutet.

DGKS Gabi Hauser sprach zum Thema "Mundpflege in den letzten Lebenstagen". Eine intensive Mundpflege ist ein wichtiger und hilfreicher pflegerischer Beitrag in der palliativen Versorgung, insbesondere wenn der/die PatientIn nicht mehr isst. Auch die Angehörigen haben dadurch das Gefühl noch etwas tun zu können.
Begegnung mit der Angst am Lebensende
Verfasst von Sonja Prieth unter Fragen und Antworten am 17. Juni 2011
Wenn sich im Leben etwas verändert, sind wir häufig mit Angst konfrontiert – Zeiten des Übergangs sind Hoch-Zeiten der Angst. Ausgehend von dieser Tatsache gestaltete die Psychotherapeutin und Psychiaterin Dr. Gabriele Schauer-Maurer ihren Vortrag beim Palliativforum am 9. Juni 2011 zum Thema „Begegnung mit der Angst am Lebensende“.
Dass dieses Thema sehr viele Menschen berührt und „bewegt“ zeigte sich sehr eindrucksvoll an der Zahl der BesucherInnen des Vortrags:
„In der Sprachwurzel des Wortes Angst steckt die Enge“, erklärte die Referentin: „Die Atmung wird flach, viele Körperfunktionen sind eingeschränkt, die Muskeln verspannen sich. Wenn Emotionen sich so verdichten, kommt der betroffene Mensch in große Bedrängnis.“
Menschen, die damit konfrontiert sind, dass ihr Leben zu Ende geht, reagieren mitunter mit großer Abwehr und Verdrängung. Sie ignorieren die Nachricht über die Begrenztheit ihrer Lebenszeit oder flüchten sich in irrationale Hoffnung. „Für die Behandlerinnen und Behandler ist das oft sehr schwierig, aber sie müssen diese Abwehr respektieren. Sie ist ein Schutz vor der Angst und das muss uns bewusst sein, wenn wir aufklären und Diagnosen mitteilen“, sagte Gabriele Schauer-Maurer.
Um Menschen, die am Lebensende der Angst begegnen, stützen und schützen zu können, sei es wichtig, konkret zu fragen, wovor sie denn Angst haben. „Wenn die Angst benannt ist, kann Bewegung hineinkommen und es wird zum Beispiel möglich, etwas Wohltuendes zu tun.“ Die Psychoonkologin achtet in Gesprächen mit sterbenden Menschen besonders darauf, sich auf die Gegenwart zu beziehen: „Wenn es keine Zukunft mehr gibt, ist es umso wichtiger, auf das Hier und Jetzt zu schauen: Was ist jetzt nötig und sinnvoll?“ Oft gebe es kleine, auch symbolische Handlungen, die die Angst lindern können – etwa wenn eine Mutter ihren Kindern noch einen Gegenstand geben kann, der sie beschützen soll. Wenn über Angst gesprochen wird entsteht daraus die Möglichkeit, ihr offen zu begegnen und damit kann die Lähmung überwunden werden.
Abschließend bemerkte Gabriele Schauer-Maurer: „Wer Menschen am Lebensende betreut, sollte sich unbedingt auch mit der eigenen Angst auseinandersetzen.“
Sonja Prieth, Bildungsreferentin
Sterben und Tod in verschiedenen Religionen
Verfasst von Sonja Prieth unter Fragen und Antworten am 27. April 2011
Pflegende, ÄrztInnen und andere Berufsgruppen sind bei der Begleitung von Menschen am Lebensende häufig mit spirituellen Fragen konfrontiert. Wenn sie Menschen betreuen, die einer ihnen nicht so vertrauten Religion angehören, sind sie häufig verunsichert: Was sollen wir tun, was auf jeden Fall unterlassen? Wie können wir diese Person und ihre Angehörigen gut unterstützen? Beim Palliativforum am 14. April 2011 gaben VertreterInnen verschiedener Glaubensrichtungen Orientierung und Information zu diesen Fragen.
Der Imam (Vorbeter) Samir Redzepovic erklärte, dass es im Islam als Pflicht angesehen wird, eine sterbende Person nicht allein zu lassen. Daher kommt es auch vor, dass sich am Krankenbett sehr viele Menschen einfinden, die dieses Gebot der ständigen Anwesenheit befolgen und ihre/n Angehörige/n im muslimischen Sinn gut begleiten.
Ein anderer wichtiger Punkt ist, dass der Patient/die Patientin keinen Durst leiden soll – daher sollte die (in der Palliativpflege ohnehin sehr wichtige) Mundpflege, die Befeuchtung der Lippen und des Mundes, sehr genau genommen werden.
Der buddhistische Religionslehrer Hugo Klingler strich die Bedeutung einer ruhigen Atmosphäre am Lebensende hervor. Im Sterben wird nach buddhistischer Überzeugung die Richtung für das „Danach“ vorgegeben – daher ist es sehr wichtig, dass der Sterbeprozess gut verläuft. Es soll nichts Unnötiges mehr gesprochen werden. Buddhistische Menschen sollen mit der Situation im Reinen sein, sie beschäftigen sich nicht mit nachträglicher Reue oder dem Nachdenken über Versäumnisse, sondern konzentrieren sich auf das Hier und Jetzt. Dabei sollte eine sterbende Person unterstützt werden.
Taramati Ghelani ergänzte einige Aspekte aus Sicht des Hinduismus. Ähnlich wie im Buddhismus ist das Einhalten von Ruhe beim Sterben einer Person, die dem Hinduismus angehört, ein hohes Gebot.
Für Menschen, die dem Christentum angehören, sei es sehr schwierig, genaue Anleitungen zu geben, befand der evangelische Pfarrer und Klinikseelsorger Eberhard Mehl. Er ermutigte die ZuhörerInnen vor allem, sehr sensibel hinzuhören und herauszufinden, was die sterbende Person braucht. Manchmal sei es gut, anwesend zu sein, es könne aber auch wichtig sein, zwischendurch zu gehen. „Wir müssen versuchen, die Signale wahrzunehmen, die die sterbende Person uns gibt“, sagte Eberhard Mehl.
Christian Sint, Seelsorger der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft, ergänzte, dass verschiedene Symbole hilfreich sein könnten – etwa ein Handkreuz als „etwas zum Festhalten“, Weihwasser, die Krankensalbung. Wichtig sei vor allem herauszufinden, was diesem Menschen heilig ist – und das sei sehr individuell, erzählte er aus seiner Erfahrung.
Orthodoxe Christen sollten wenn möglich beim Sterben eine brennende Kerze in der Hand halten: „Diese soll hinüberleuchten in die Ewigkeit.“
Die BesucherInnen des Palliativforums erhielten von allen ReferentInnen eine kurze schriftliche Zusammenfassung der wichtigsten Punkte, die zu beachten sind, wenn Angehörige der genannten Religionen am Lebensende begleitet werden. Diese Unterlagen können im Büro der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft angefordert werden.
“Künstliche Ernährung bei schwer kranken Menschen” – Vortrag in Mayrhofen
Verfasst von Urban Regensburger unter Fragen und Antworten am 31. März 2011

Dr. Christoph Gabl (Tiroler Hospiz-Gemeinschaft) sprach bei seinem Vortrag am 28. März 2011 in Mayrhofen über künstliche Ernährung am Lebensende. Gemeinsam mit DGKS Gabi Hauser zeigte er das Spannungsverhältnis zwischen Lebenserhaltung und Leidensverlängerung auf: Es ist für Angehörige und Betreuende oft schwer auszuhalten, wenn alte oder schwer kranke Menschen nicht mehr essen wollen oder können. Die Frage nach künstlicher Ernährung bedingt auch die Frage, ob Lebenserhaltung nicht gleichzeitig Leidensverlängerung bedeutet.

DGKS Gabi Hauser sprach zum Thema "Mundpflege in den letzten Lebenstagen". Eine intensive Mundpflege ist ein wichtiger und hilfreicher pflegerischer Beitrag in der palliativen Versorgung, insbesondere wenn der/die PatientIn nicht mehr isst. Auch die Angehörigen haben dadurch das Gefühl noch etwas tun zu können.
Der palliative Behandlungsplan als Unterstützung für das Sterben zu Hause und im Pflegeheim
Verfasst von Elisabeth Medicus unter Fragen und Antworten am 7. September 2010

Von anderen Ländern wissen wir, dass die „Vorausschauende Planung am Lebensende" zu hoher Zufriedenheit bei Patienten, ihren Familien und den Betreuenden führt.
Krisenhafte Situationen am Ende des Lebens führen oft zur Einweisung ins Krankenhaus, die den Betroffenen aus seiner gewohnten Umgebung reißt und die Sicherung von Betreuungskontinuität bedeutend erschweren kann. In vielen Fällen ist dies mit einer hohen Belastung des Patienten und einer Belastung des Notarztsystems verbunden, ohne dass ein erkennbarer Nutzen entstehen würde. Oft leiten diese Krisen den Sterbeprozess ein.
Vorausschauende Planung am Lebensende
Von anderen Ländern wissen wir, dass die „Vorausschauende Planung am Lebensende” zu hoher Zufriedenheit bei Patienten, ihren Familien und den Betreuenden führt.
Es gibt inzwischen auch in Pflegeheimen in Tirol Erfahrungen mit vorausschauender Planung für palliative Behandlungssituationen und mit Dokumentationswerkzeugen für diese Situation. Im Sozialen Kompetenzzentrum in Rum wurde ein brauchbares Formular für diese Planung entwickelt.
Palliativer Behandlungsplan entwickelt
In einer Veranstaltung in der Ärztekammer im Juni 2010 wurde dieses Formular vorgestellt. Mit Hausärzten, leitenden Pflegekräften, Notärzten und palliativ geschulten Ärzten wurde dieses Instrument anhand von Fallbeispielen erprobt und anschließend adaptiert. Jetzt liegt das Formular als Download für die allgemeine Verwendung vor.
Hier können Sie das Formular zum Palliativer Behandlungsplan downloaden!
Hier können Sie das Begleitschreiben zum Palliativen Behandlungsplan downloaden!





















