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Spiritual Care – Vom Geist (der Haltung), sich das Leben zu nehmen

"Wir werden oft aufgefordert den Tag so zu leben als ob es unser letzter wäre. Ich tendiere mehr zu der Einstellung, den Tag so zu leben, als ob es der erste Tag für den Rest meines Lebens wäre." Norbert Schletterer

Bei dieser Haltung handelt es sich weder um eine Euthanasieanleitung noch um eine Aufforderung zum Selbstmord! Es ist eine in Worte gefasste Haltung, unser Leben nicht nur zu betrachten, sondern anzuerkennen und anzunehmen.

In der Betrachtung unseres Lebens sind wir oft verleitet unser momentanes Leben zu vergleichen.

Wir nehmen unser derzeitiges Leben als Referenzpunkt und begeben uns in die Trauer /Erleichterung über Vergangenes/Überstandenes oder in eine Welt der Wünsche und Erwartungen von Zukünftigem.

Ungelebtes und aufgeschobenes Leben

Und dabei hätten wir in der Begleitung von schwerkranken Menschen so oft die Gelegenheit der Beobachtung von ungelebtem und aufgeschobenem Leben (der 60 jährige Tumorpatient, der sein Leben auf die Pension aufsparen wollte, …), oder aus dem Akzeptieren eines allzu kurzen Therapieerfolges („… aber in meinem letzten Dienst habe ich Fr. Mair ja noch mobilisieren können?“) zu lernen.

Voraussetzung um sich das Leben nehmen zu können, ist wohl die primäre Annahme eigener Lebensanteile.

Trennung zwischen Sterbenden und Lebenden

Manchmal habe ich in Besprechungen über Patienten den Eindruck als ob es eine Trennung, eine Seite der Sterbenden und eine der Lebenden, geben würde. Das Sterben ist jedoch so wie die Geburt ein ganz konkreter und unmittelbarer Lebensanteil/Lebensbestandteil. Eigentlich bräuchten wir uns darum nicht zu sorgen, da wir diesen Bestandteil ja seit Beginn in uns mittragen. Das  wiederum würde aber auch bedeuten, dass wir uns alle (Lebende und Sterbende) immer noch in diesem, uns ureigenen Lebensstrom (ver-) be-finden.

In weiterer Folge bedeutet daher, sich das Leben zu nehmen, es sich auch in der Begleitung von kranken Menschen nehmen zu können. Ich beobachte oft Situationen wo Patienten mit Freude wahrnehmen, wenn auch Pflegende auf ihre Bedürfnisse hinweisen und dadurch vermittelt bekommen, dass auch Betreuende die Fähigkeit haben auf sich zu schauen – sich das Leben zu nehmen.

Grenzenloses Kümmern und Sorgen

Gerade in emotional und gesellschaftlich so hoch wertgeschätzten Bereichen wie der Hospizarbeit, besteht leicht Gefahr, dass das grenzenlose Kümmern und Sorgen um die Lebensqualität der Patienten zum Ersatz der eigenen ungelebten Lebensanteile wird. Eigene Lebensanteile nicht zu leben, sie zurückzuweisen, nützt jedoch einem anderem Menschen, dem es derzeit nicht so gut geht, nichts.

Wir werden oft aufgefordert den Tag so zu leben als ob es unser letzter wäre. Ich tendiere mehr zu der Einstellung, den Tag so zu leben, als ob es der erste Tag für den Rest meines Lebens wäre.

Sich das Leben zu nehmen, als ob es das erste Mal wäre.

Das Leben zu nehmen ist das Standbein für die Haltung des Bei-Leid (darüber im Februar).

Und so wünsche ich allen LeserInnen im neuen Jahr, den Geist sich das Leben zu nehmen und es sich in Fülle zu nehmen. Um dadurch „Lebens-Mittel“ zu sein für andere.

Norbert Schletterer

Diagnose: Sterbend.

Kriterien, Zeichen, Konsequenzen

„Prognosen abzugeben ist oft schwierig.“ Elisabeth Medicus, ärztliche Leiterin der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft

„In der Medizin und in der Pflege sind wir gewohnt, Diagnosen zu stellen. Eine Diagnose ist die Basis für Entscheidungen über die weitere Behandlung und Betreuung“, erklärten die Referentinnen beim Palliativforum am 11. November 2010, Dr. Elisabeth Medicus und DGKS Maria Schmidt.

Dieses gewohnte Schema funktioniert dann nicht mehr, wenn ein Mensch sich dem Lebensende nähert. „Es gibt in der Medizin eine Todesdiagnostik, aber keine Diagnostik für das Sterben“, stellte Elisabeth Medicus fest und fügte hinzu: „Es ist auch in vielen Fällen wirklich schwierig, zu sagen, ob ein Mensch nun bereits sterbend ist oder nicht.“

Zwischen Hoffen und Bangen

Relativ einfach ist die Diagnose „Sterbend“ bei TumorpatientInnen, deren Krankheit in der letzten Phase einen ziemlich linearen Verlauf nimmt. Bei demenzkranken Menschen ist das Sterben schwerer zu diagnostizieren, und besonders unklar ist die Prognose bei Personen mit Herzinsuffizienz oder einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung. „Da ist man mitunter über eine recht lange Zeit in einem Zustand zwischen Hoffen und Bangen“, erzählte Medicus, „und das ist sehr schwierig, wenn man immer wieder aufs Neue damit rechnet, dass jetzt der Tod nahe ist.“

„Wir Pflegenden kennen viele Hinweise auf das Sterben.“ Maria Schmidt, Diplomkrankenschwester im Mobilen Palliativteam der THG

Auch die Pflege kennt keine Diagnose für das Sterben. „Aber es gibt einige sehr deutliche Hinweise, die wir kennen und die uns die Einschätzung erleichtern“, erklärte Maria Schmidt. Ein starkes Bedürfnis nach Rückzug, kein Interesse an Essen, Unruhe, Verwirrtheit und kalte Extremitäten sind nur einige von diesen Hinweisen.

Die Möglichkeit, sich vorzubereiten

Warum ist es so wichtig, zu wissen und auch zu benennen, dass eine Person sterbend ist? „Es ist nachgewiesen, dass Menschen am Lebensende den großen Wunsch haben, sich vorbereiten zu können. Sie möchten ihr Leben bilanzieren“, berichtete Elisabeth Medicus, „wenn man also das Sterben nicht anspricht, nimmt man den betroffenen Menschen die Möglichkeit, vieles noch zu tun und zu erleben.“

Es sind in der Regel die Ärztinnen und Ärzte, von denen eine klare Aussage über die Prognose erwartet wird. „Wir können uns hier nicht nur an Fakten und Prozentzahlen orientieren, sondern müssen auch unsere Intuition ernst nehmen“, findet Elisabeth Medicus, die ärztliche Leiterin der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft. Mit den PatientInnen und ihren Angehörigen spricht sie nicht über konkrete Zeitangaben, es sei aber möglich, in Dimensionen zu sprechen: „Man kann in vielen Fällen schon sagen, ob es sich um Stunden, Tage, Wochen oder Monate handelt.“ Für die Angehörigen seien solche Aussagen wichtig und sie könnten sie meist auch gut annehmen.

Entscheidungen gemeinsam treffen

Die beiden Referentinnen, Elisabeth Medicus und Maria Schmidt, betonten in ihrem Vortrag aber auch, dass die MedizinerInnen nicht alle Entscheidungen allein treffen müssen und sollen. Sie stellten drei Instrumente vor, die für die Betreuung am Lebensende hilfreich sind, weil damit alle Beteiligten in die Entscheidungen einbezogen werden können.

Der Palliative Behandlungsplan bietet Unterstützung bei der Betreuung Sterbender zu Hause und im Pflegeheim. Weitere Informationen finden Sie hier.

Der „Runde Tisch“ ist eine Möglichkeit, alle Beteiligten (PatientIn, Angehörige, ÄrztInnen, Pflegende, VertreterInnen der verschiedenen Betreuungssysteme) auf den gleichen Informationsstand zu bringen und gemeinsam das weitere Vorgehen zu planen. „Die Organisation dieser Besprechungen ist oft aufwendig“, berichtete Elisabeth Medicus, „aber es lohnt sich zu 100 Prozent!“ Über den „Runden Tisch“ gibt es eine empfehlenswerte Informationsbroschüre des Palliativzentrums St. Gallen (CH)

Ein weiteres Instrument, das die Referentinnen vorstellten ist der Liverpool Care Pathway (LCP), der auf der Hospiz- und Palliativstation der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft angewendet wird. Informationen darüber gibt es ebenfalls auf der Website des Palliativzentrums St. Gallen, mit dem die THG in diesem Thema sehr gut zusammenarbeitet. http://www.palliativ-sg.ch/index.php/qualitaet

Weitere Informationen zum nächsten Palliaitivforum erhalten Sie hier!

Unterstützerin: “Liebevolle Zuwendung”

"Ich war beeindruckt, wie man den Menschen Entscheidungen zutraute und ermöglichte und habe dabei auch persönlich viel gelernt."

Mein Vater verbrachte einige Wochen im Hospiz. Die liebevolle Zuwendung machte dieses  für ihn zu einem “Paradies auf Erden” und ermöglichte einige positive Veränderungen in der letzten Lebenszeit. Ich war beeindruckt, wie man den Menschen Entscheidungen zutraute und ermöglichte und habe dabei auch persönlich viel gelernt. Deshalb unterstütze ich die Hospizgemeinschaft immer wieder gerne!

Susanne Pramhaas, Telfs

Stellungnahme zum Artikel „Urteil: Sterbehilfe wird erleichtert“ von Sabine Bobek vom 26. 6. 2010 im Kurier

"Die Hospiz- und Palliativbewegung in Österreich setzt sich daher sehr klar für das Zulassen eines 'natürlichen Sterbens' ein. "

Im Kurier vom 26. 6. 2010 finden sich unter dem Titel „Urteil: Sterbehilfe wird erleichtert“ leider Fehlinterpretationen und eine Vermischung von Begriffen, die nicht unwidersprochen bleiben dürfen.

Würdevolles Leben bis zuletzt

Die Hospiz- und Palliativbewegung ist entstanden als Antwort auf die vielfältigen Nöte von schwerkranken und sterbenden Menschen und ihrer Angehörigen. Sie setzt sich dafür ein, dass alles getan wird, um ein würdevolles Leben bis zuletzt zu ermöglichen – durch eine aktive und umfassende Versorgung am Lebensende, unter Achtung der Autonomie des einzelnen Menschen.

Zulassen eines “natürlichen Sterbens”

Die Hospiz- und Palliativbewegung in Österreich setzt sich daher sehr klar für das Zulassen eines „natürlichen Sterbens“ ein. Jeder Mensch in Österreich hat das gesetzlich verbriefte Recht, nach gründlicher und verständlicher medizinischer und rechtlicher Aufklärung eine künstliche Lebensverlängerung abzulehnen. Menschen müssen in ihrem eindeutigen Willen ernst genommen werden und dürfen nicht gegen ihren Willen behandelt werden und auch nicht gegen ihren Willen künstlich ernährt werden.

Zugleich spricht sich die Hospiz- und Palliativbewegung in Österreich deutlich gegen „Tötung auf Verlangen“ und gegen „Beihilfe zur Selbsttötung“ als strafrechtlich verbotenem Tatbestand der beabsichtigten Tötung des Patienten aus. Die Hospiz- und Palliativbewegung in Österreich fordert auch, dieses Verbot in die Verfassung aufzunehmen.

Selbstbestimmungsrecht von PatientInnen

Die Stärkung und Stützung des Selbstbestimmungsrechts von PatientInnen,  wie sie auch im Urteil von Karlsruhe zum Ausdruck kommt, wird vom Dachverband Hospiz Österreich und der Österreichischen Palliativgesellschaft (OPG) ausdrücklich begrüßt.

Dr. Harald Retschitzegger, MSc
Vizepräsident – Österreichische Palliativgesellschaft (OPG)

Mag. Leena Pelttari-Stachl, MSc
Geschäftsführung – HOSPIZ ÖSTERREICH, Dachverband von Palliativ- und Hospizeinrichtungen

Liebe und Geborgenheit bis zuletzt

„Alles ist so gelaufen, wie ich es mir gewünscht habe“, Christine Berger

„Am Anfang, als mein Vater an Krebs erkrankt war, habe ich den Hospizgedanken weit weg geschoben. Ich war noch nicht soweit, mich der Endgültigkeit seiner Erkrankung zu stellen“, erzählt Christine Berger von ihren Erfahrungen mit der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft: „Aber ab dem Moment, wo ich die Krankheit meines Vaters akzeptiert habe, konnte ich das Hospiz als große Hilfe erfahren.“

Menschliche Würde bis zuletzt

„Hospiz bedeutet für mich, dass die menschliche Würde bis zuletzt im Vordergrund steht. Der Mensch wird liebevoll umsorgt, auch wenn er schwach ist, wenn scheinbar nichts mehr zu machen ist. Er kann in Würde gehen,“ meint Frau Berger.

„Der Angehörige kann im Pflegen eine große Stärke entwickeln“, sagt Frau Berger: „Die Hospiz-Gemeinschaft hat mir diese Stärke gegeben. Manchmal fühlte ich mich als pflegende Angehörige in meinen Sorgen allein gelassen. Aber durch die MitarbeiterInnen des Hospiz wusste ich, dass mir jemand mit Rat und Tat, Tag und Nacht zur Seite steht.“

Abschied Nehmen sei trotz allem auch eine positive Erfahrung. Frau Berger konnte nach dem Tod ihres Vaters ihren inneren Frieden finden: „Es ist alles so gelaufen, wie ich es mir gewünscht habe. Er durfte in Liebe und Geborgenheit sterben.“

Die Hospizbewegung in Tirol mit Ihrer Spende fördern!

Christine Berger ist förderndes Mitglied und unterstützt die Tiroler Hospiz-Gemeinschaft mit ihrer regelmäßigen Spende. Helfen auch Sie mit Ihrer Spende, dass immer mehr schwerkranke und sterbende Menschen und ihre Angehörigen „Liebe und Geborgenheit bis zuletzt“ erfahren dürfen.

Hier können Sie jetzt online Spenden!

Hier erfahren Sie mehr über Spenden und fördernde Mitgliedschaft!

Weiterbildung – ein Angebot auch für Sie!

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„Du bist wichtig, weil du DU bist“, nach diesem Leitsatz von Cicely Saunders, der Gründerin der Hospizbewegung, wollen wir zur Begleitung von sterbenden Menschen ermutigen.

Gute Betreuung und Begleitung von Menschen am Lebensende ist kein Zufall – Pflegepersonal, Ärzte und Ärztinnen, TherapeutInnen und auch Angehörige können sich auf diese Aufgabe vorbereiten. Die weltweite Hospizbewegung hat maßgeblich dazu beigetragen, dass heute wertvolles Wissen über die Möglichkeiten der Palliativbetreuung zur Verfügung steht. Die Tiroler Hospiz-Gemeinschaft hat es sich zur Aufgabe gemacht, dieses Wissen weiterzugeben.

Vor kurzem ist unser neues Bildungsprogramm erschienen, in gedruckter Form als handliche Broschüre und auf der Internetseite www.hospiz-tirol.at/bildung. Interessierte können aus einem breiten Angebot wählen – Seminare, Vorträge und Tagungen bieten Gelegenheit, sich in spezielle Themen aus Pflege und Medizin zu vertiefen, Methoden für die Kommunikation mit Schwerkranken und Angehörigen zu erlernen und vieles mehr. Zentrales Element aller Bildungsveranstaltungen der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft ist das Vermitteln einer gelebten Hospizhaltung: „Du bist wichtig, weil du DU bist“, nach diesem Leitsatz von Cicely Saunders, der Gründerin der Hospizbewegung, wollen wir zur Begleitung von sterbenden Menschen ermutigen.

Hier können Sie das aktuelle Bildungsprogramm als PDF downloaden.

Gerne schicken wir Ihnen unser Bildungsprogramm zu! Tel. 0512 72 70 38 oder hospiz.caritas@dibk.at

Trösten, nicht vertrösten

Vom Himmel zu reden ist mir jetzt schier unmöglich. Eigentlich ist mir zum Schreien zumute. Ich habe keinen Trost parat.

"Vom Himmel zu reden ist mir jetzt schier unmöglich. Eigentlich ist mir zum Schreien zumute. Ich habe keinen Trost parat."

Über die trostspendene Kraft der Seelsorge

Frau F. liegt in ihrem Zimmer auf der Hospiz- und Palliativstation in Innsbruck. Ihre Kinder (13 und 15 Jahre) und ihr Ehemann sind da. Die Kinder haben soeben erfahren, dass ihre Mutter unheilbar krank ist, dass sie bald sterben wird.

Tiefes Schweigen

Stille. Tiefes Schweigen durchzieht den Raum. Langsam, zögernd fangen die Kinder mit Hilfe des Vaters an zu reden. Sie erzählen vom Leben der Mutter. In letzter Zeit mussten sie alle öfters mit anpacken beim Kochen, Waschen und Bügeln. Die Mutter gab die Anweisungen. Das meiste gelang. Eigentlich ging nur weniges daneben.

Wie vom Himmel reden?

Vom Himmel zu reden ist mir jetzt schier unmöglich. Eigentlich ist mir zum Schreien zumute. Ich habe keinen Trost parat. Ich höre, rede, klage mit ihnen. Die Kinder berühren die Mutter, streicheln ihre Hände. Sie reden mit ihr, obwohl sie kaum reagiert. Sie sagen, was ihnen so kommt.

Innere Festigkeit

Das Wort Trost – aus dem Altgermanischen – meint eigentlich „innere Festigkeit“ geben. Jetzt, wo es ihnen buchstäblich den Boden unter den Füßen wegzieht, kann mein Da-Sein Halt geben. Mit ihnen gemeinsam die Stille, die Fragen, die Verzweiflung aushalten. Ich will nicht „vertrösten“. Laut Duden bedeutet vertrösten: „durch das Erwecken von Hoffnung hinhalten“. Ich will jetzt nicht falsche Hoffnung wecken, davon reden: „Alles wird gut. Der Himmel erwartet sie“. Jetzt nicht!

Gutes zusprechen

Einige Zeit verstreicht. Schließlich sage ich: „Ich will eurer Mutter was Gutes tun. Ich will sie segnen“. Segnen kommt vom lateinischen Wort: „benedicat“ – Gutes sagen, Gutes zusprechen. „Sie und wir alle brauchen jetzt Kraft für die nächsten Schritte, die anstehen. Vertrauen wir uns einer höheren Kraft an“. Ich tauche ein in das Weihwasser, setze ein Kreuzzeichen auf die wichtigen Stellen ihres Körpers: Stirn, Mund, Brustkorb, Hände, Füße. Dieser kranke geschundene Körper, ihr ganzes Leben, so wie es ist, hat Würde vor Gott. Sie ist sein Abbild, auch weil sie gerade krank ist, leidet.

Die Mutter segnen

Ich lade die Kinder und den Ehemann ein, die Mutter zu segnen. Sie tun es, zaghaft, vorsichtig. Und – mit Hilfe unserer Hände – taucht auch die Mutter ein in das geweihte Wasser. Sie hält ihre Hand über die zu ihr gereichten Hände der Kinder und des Ehemanns.

Einen Monat später frage ich Herrn F., was ihm in dieser schweren Zeit geholfen hat. Er sagt: „Dass die Kinder den Weg des Abschieds mitgegangen sind, dass wir viel geredet und uns gegenseitig gesegnet haben“.

Christian Sint, Seelsorger auf der Hospiz- und Palliativstation Innsbruck


Unterstützerin: “Weil mir die Menschen sehr wichtig sind”

Mein Name ist Bianca und ich komme aus dem E.M. Jugoslawien, bin 60 Jahre alt und lebe seit 1967 in Österreich.

Die Antwort auf ihre Frage, warum ich die Tiroler Hospiz-Gemeinschaft unterstütze, ist:

Weil mir die Menschen sehr wichtig sind, und ich sie auf ihrem letzten Lebensweg begleiten möchte. Ich habe Zeit und freue mich, etwas nützliches tun zu dürfen.

Ich tu es gerne, weil es mir eine Ehre ist.

Bianca

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