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Vorstellung – Prozesshandbuch Hospiz- und Palliativeinrichtungen

Das Prozesshandbuch Hospiz- und Palliativeinrichtungen unterstützt alle Hospizeinrichtungen bei ihrer täglichen Arbeit.

Waltraud Klasnic (Vorsitzende Hospiz Österreich) bei der Präsentation des Prozesshandbuches am 9. November 2012 in Wien. Foto: J. Baumgartner

Nach fünf Jahren harter Arbeit freuten sich alle Beteiligten über die Fertigstellung des neuen Standardwerks im Hospizbereich. Foto: J. Baumgartner

Anfang November wurde in Wien vom Bundesministerium für Gesundheit und der Gesundheit Österreich GmbH das neue “Prozesshandbuch Hospiz- und Palliativeinrichtungen” vorgestellt.

Ziel bei der Erstellung des Handbuchs war, die Einrichtungen in ihrer täglichen Arbeit und den Abläufen mit der Beschreibung von Prozessen qualitativ und praktisch zu unterstützen. Als flexibles Instrument soll es mithelfen, schwerkranke und sterbende Menschen in ganz Österreich unabhängig vom Ort mit gleicher Qualität zu betreuen und zu begleiten.

Von Seiten der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft hat sich eine eigene Arbeitsgruppe auf unserer Hospiz- und Palliativstation mit den eigenen Anfrage- und Aufnahmeprozessen befasst. Danke an unserer Pflegedienstleiterin Elisabeth Draxl und an unsere Stationsärztin Rita Kirchmair, die die Ergebnisse der Arbeitsgruppe in zahlreichen Sitzungen in Wien weiter gegeben haben und somit in das Prozesshandbuch einfließen haben lassen. Geschäftsführer Werner Mühlböck war als Mitglied des Qualitätskomitees während des gesamten fünfjährigen Prozesses in Wien in die Entstehung mit eingebunden. Das Ergebnis gilt als Beispielgebend für die Hospiz- und Palliativszene in ganz Europa.

BM Hundstorfer und Klasnic gemeinsam für Hospiz und Palliative Care im Pflegeheim

Waltraud Klasnic, Präsidentin Dachverband Hospiz Österreich; BM Rudolf Hundstorfer; Karl Bitschnau, Leiter Hospiz Vorarlberg, Vizepräsident Dachverband Hospiz Österreich Foto: Dachverband Hospiz Österreich, Fotografin S. Steindl

Wie möchten Sie mit 80 Jahren leben? Wie unterstützt und betreut werden? Was wird dann wichtig sein? Lebensfreude, Schmerzfreiheit, Selbstbestimmung, professionelle und einfühlsame Pflege und Betreuung, Einbeziehen Ihrer An‐ und Zugehörigen? All das umfasst Hospiz und Palliative Care.

In der Presskonferenz anlässlich des Internationalen Hospiz und Palliative Care Tags stellt Waltraud Klasnic, Präsidentin des Dachverbandes Hospiz Österreich, fest: „Mit Blick auf unsere Zukunft müssen wir als Gesellschaft schon jetzt die Weichen stellen, damit Lebensqualität auch 2050 noch möglich ist.“ Bundesminister Rudolf Hundstorfer: „Derzeit werden 80 Prozent der pflegebedürftigen Menschen zu Hause gepflegt. Aufgrund der demographischen Entwicklung wird diese Zahl wohl nicht haltbar bleiben. Wir werden daher die Hospizangebote – ob stationär oder mobil – immer stärker benötigen. Mir ist das Thema Hospiz ein persönliches Anliegen, daher ist es mir auch sehr wichtig diesen Bereich zu unterstützen.“

Das innovative Projekt „Hospizkultur und Palliative Care in Alten‐ und Pflegeheimen (HPCPH)“ des Dachverbandes Hospiz Österreich ist eine Antwort auf veränderte Bedürfnisse der Menschen, die in Alten‐ und Pflegeheimen wohnen oder arbeiten. Karl Bitschnau, Leiter von Hospiz Vorarlberg und Vizepräsident des Dachverbandes Hospiz Österreich, ist ein Pionier in diesem Feld: „Menschen kommen in einem wesentlich schlechteren Zustand als früher in die Heime, ab Pflegestufe 3 oder höher. Ihre Lebensspanne im Heim ist deutlich kürzer geworden. Die Anforderungen an das Personal sind enorm gestiegen und Sterben ist oft immer noch ein Tabuthema. Wir wurden in Vorarlberg vom Land beauftragt und haben 2006 begonnen, Hospizkultur und Palliative Care in Alten‐ und Pflegeheimen umzusetzen. Das bedeutet die ganzheitliche, multiprofessionelle Versorgung und Betreuung von BewohnerInnen in ihrem gesamten letzten Lebensabschnitt, nicht nur in den letzten Tagen.“

Bis jetzt haben 41 Modellheime in verschiedenen Bundesländern den Organisationsentwicklungsprozess und die Schulung von bis zu 80% aller Mitarbeiterinnen in Palliativer Geriatrie durchgeführt. Jetzt, im September, beginnen in Wien KAV, Caritas und CaSa mit insgesamt 5 Heimen.

Das Ziel ist, gut leben können bis zuletzt und auch sterben dürfen. Eine gelebte Hospiz‐und Palliativkultur bedeutet für die Betreuenden Entlastung durch mehr Sicherheit und Kompetenz, die Kultur des Miteinanders wird gestärkt. An‐ und Zugehörige werden in die Betreuung einbezogen. BewohnerInnen erhalten eine bessere Schmerztherapie, werden individueller betreut, unnötige Behandlungen und Krankenhaustransporte werden vermieden. So kann das Heim das Zuhause bis zuletzt bleiben.

Waltraud Klasnic: „Das Projekt ist innovativ, da es Strukturveränderung und Schulung der MitarbeiterInnen verbindet. Das bewirkt, dass das gesamte Heim Hospizkultur erleben kann.“

Nachhaltig kann Hospizkultur und Palliative Care nur gelebt werden, wenn langfristig die Finanzierung und auch entsprechende Rahmenbedingungen wie qualifiziertes und entsprechend ausgebildetes Personal und ein ausreichender Pflegeschlüssel gesichert sind. Hier ist die Politik gefordert. Wir brauchen dieses Wissen und diese Herzensbildung auch für den ambulanten Bereich. Viel ist geschehen, viel geschieht, viel ist noch zu tun.

Hospiz und Palliativeinrichtungen in Österreich – Daten und Fakten

Alle Daten und Fakten zur Hospiz- und Palliativversorgung in Österreich.

HOSPIZ ÖSTERREICH, der Dachverband von ca. 250 Hospiz- und Palliativeinrichtungen, führt seit 2005 jährlich eine bundesweite Datenerhebung bei allen Hospiz- und Palliativeinrichtungen in Österreich durch. Damit will HOSPIZ ÖSTERREICH die geleistete Arbeit der haupt- und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen sichtbar machen und den jeweils aktuellen Stand der Flächendeckung abbilden, um das Ziel, die Verwirklichung einer abgestuften flächendeckenden Hospiz- und Palliativversorgung bis 2013, konsequent verfolgen zu können.

Österreich hat auf dem Gebiet der Datenerfassung im Bereich Hospiz- und Palliative Care durch die Arbeit des Dachverbandes Hospiz Österreich in den letzten Jahren eine beachtliche Entwicklung gemacht und auch international positives Feedback erhalten. Europaweit liegen wir mit diesen Zahlen im guten Mittelfeld.

Hier können Sie den ausführlichen Bericht mit allen Daten als PDF downloaden!

Hospizbetreuung ist ein Menschenrecht

"Jeder Mensch hat das Recht auf eine würdevolle und umfassende Begleitung bis zu seinem Lebensende!" Waltraud Klasnic

“Jeder Mensch hat das Recht auf eine würdevolle und umfassende Begleitung bis zu seinem Lebensende!”, unterstreicht Waltraud Klasnic, Präsidentin des Dachverbands Hospiz Österreich anlässlich einer Pressekonferenz in Wien: “Hospiz und Palliative Care ermöglicht Schwerkranken und Sterbenden Lebensqualität bis zuletzt und ein Sterben in Würde durch weitgehende Schmerzfreiheit und eine Betreuung, die den ganzen Menschen berücksichtigt – körperlich, seelisch, sozial und spirituell.”

Hospiz im gesamten Gesundheitssystem integrieren

Vor beinahe 10 Jahren haben sich alle Parteien im Parlament gemeinsam für eine umfassende Hospizbegleitung entschieden. Die flächendeckende Versorgung ist nach wie vor nicht erreicht, bestehende Einrichtungen sind mit Ausnahme der Palliativstationen  finanziell nicht gesichert: “Der Zugang zu Hospizbegleitung und Palliativversorgung darf keine Frage von Brieftasche oder Wohnort sein. Hospizbetreuung ist ein Menschenrecht und deshalb braucht es einen Rechtsanspruch der Menschen auf dieses Angebot”, ist Caritas-Präsident Franz Küberl überzeugt. Küberl plädiert zudem für eine umfassende Integration der Hospizidee in das Gesundheits- und Sozialsystem: “Zuständigkeit und insbesondere Finanzierung der Hospizbetreuung müssen eindeutig zwischen dem Gesundheits- und Sozialbereich, sowie den Sozialversicherungen abgestimmt werden.”

Weitere Informationen beim Dachverband für Hospiz- und Palliativeinrichtungen: www.hospiz.at

Recht auf Hospizversorgung statt Tötung auf Verlangen

Flächendeckende Hospiz Versorgung als Alternative zur aktiven Sterbehilfe

Im Februar 2010 hat die Publikation der Studie der Medizinischen Universität Graz („Umfrage zu aktiver Sterbehilfe“) eine breite und noch immer andauernde Diskussion um Tötung auf Verlangen angestoßen.
Mit einem Brief, den Waltraud Klasnic als Präsidentin des Dachverbandes Hospiz Österreich am 24.2.2010 an alle im Parlament vertretenen Parteien, die zuständigen Verantwortungsträger in der Politik und viele mit ähnlichen Aufgaben vertraute Organisationen schrieb, brachten wir uns in die Diskussion ein mit dem Wunsch und Ziel, das Verbot von Tötung auf Verlangen und das Recht auf ein Sterben in Würde durch Hospiz- und Palliativversorgung in der Verfassung zu verankern.

Mehr dazu hier.

Aus: Hospiz Österreich, Newsletter 2/2010 www.hospiz.at

Jahresgedächtnis für Sr. Mag. Hildegard Teuschl CS

Am 25.2.2010 fand in der Kapelle der Caritas Socialis in der Pramergasse der Gedächtnisgottesdienst für Sr. Hildegard Teuschl CS statt.

Sr. Hildegard Teuschl

“Wohin der Fluss gelangt, da werden alle Lebewesen, alles, was sich regt, leben können.” Ez. 47,9
Unter diesem Motto hatte Sr. Hildegard Lorenz den Gottesdienst vorbereitet, den P. Alois Riedelsberger SJ feierte und Elisabeth Zottele musikalisch begleitete. Der Vorstand des Dachverbands Hospiz Österreich und zahlreiche FreundInnen, die Sr. Hildegard verbunden waren und sind, erinnerten sich dankbar an die Gründerin und langjährige Präsidentin des Dachverbands Hospiz Österreich, die so vielen auch eine Weggefährtin gewesen war.

Langjähriges Engagement für schwerkranke, sterbende und trauernde Menschen

Sr. Hildegard Teuschl hat sich über 20 Jahre für schwerkranke, sterbende und trauernde Menschen engagiert. Viele Jahre durften wir im Dachverband Hospiz Österreich gemeinsam mit Sr. Hildegard in diesem Sinne tätig sein. Ein Trauerjahr neigt sich dem Ende, auch wenn die Trauer andere Zeiten kennt. Unser Trost ist die Verbundenheit mit Sr. Hildegard. Vieles ist seither gelungen, worauf sie stolz wäre. Die Worte von Waltraud Klasnic anlässlich der Trauerfeiern vor einem Jahr, dass Hospiz Österreich die Arbeit im Geiste Schwester Hildegards fortsetzen wird, sind wahr geworden.

Wir laden Sie alle ganz herzlich ein, gemeinsam mit uns dankbar zurückzublicken und inspiriert von Sr. Hildegards Leben den gemeinsamen Weg weiter zu gehen.

Sr. Hildegard Teuschl (1937-2009) wuchs als älteste von drei Geschwistern in einer behüteten Familie in Wien auf. Nach dem Lehramtsstudium trat sie 1962 in die Caritas Socialis ein, wo sie zunächst im “Heim für schwererziehbare Mädchen” in Klosterneuburg tätig war. Hildegard Burjan, deren Glaubensweg und Sozialengagement für Randgruppen waren ihr beispielgebend. Das II. Vatikanum prägte ihr Leben.

Eine große Denkerin, eine geniale und innovative Praktikerin

Sr. Hildegard vereinte in ihrer Person eine große Denkerin, eine geniale, innovative Praktikerin und war eine Frau mit einem großen Herzen und einem starken Glauben. Als Leiterin des Caritas-Ausbildungszentrums gründete sie zahlreiche Ausbildungszweige, die sie auf Bundesebene verbreitete und vernetzte. 1987 begann sie mit dem Auf- und Ausbau der Hospizbewegung in Österreich.

Dankbare Erinnerung an eine Pionierin der Hospizbewegung in Österreich

Über 15 Jahre war Sr. Hildegard Teuschl Vorsitzende des Dachverbandes HOSPIZ ÖSTERREICH, an deren Gründung sie federführend mitgewirkt hatte. Aus ihrer Initiative entstanden in ganz Österreich Lebens-, Sterbe- und Trauerbegleitungslehrgänge, sie entwickelte das Curriculum für Palliativ-Basislehrgänge, die mittlerweile ebenfalls in ganz Österreich angeboten werden. Der Universitätslehrgang Palliative Care wurde von ihr aufgebaut und geleitet. Sie brachte unermüdlich die Anliegen der Hospizbewegung in die Politik ein und engagierte sich u.a. erfolgreich für die Familienhospizkarenz und für die Patientenverfügung. Ein wichtiger Meilenstein war die Parlamentarische Enquete, bei der sich alle österreichischen Parteien für die Hospizbegleitung und gegen aktive Sterbehilfe aussprachen. Für die Entwicklung der Hospizarbeit in den Bundesländern war sie maßgebend und inspirierend. Ihrem Einsatz ist es zu verdanken, dass in allen Bundesländern Hospiz-Initiativen umgesetzt wurden.

aus: Dachverband Hospiz Österreich, www.hospiz.at

Dachverband Hospiz: Forderungen zum Recht auf Hospiz- und Palliativversorgung in Österreich

Abgestufte Hospiz- und Palliativversorgung in Österreich

Lebensqualität bis zuletzt und ein Sterben in Würde mit kompetenter Betreuung und Begleitung ist das Hauptanliegen der abgestuften Hospiz- und Palliativversorgung. Eine gute Grundversorgung und spezialisierte Hospiz- und Palliativeinrichtungen müssen für alle, die sie brauchen, in Österreich flächendeckend verfügbar sein.

Darauf nehmen das aktuelle Regierungsprogramm[1], die gültige Artikel 15a-Vereinbarung[2] über Organisation und Finanzierung des Gesundheitswesens und das Konzept der abgestuften Hospiz- und Palliativversorgung[3] Bezug. Die Entwicklung in Österreich stagniert. HOSPIZ ÖSTERREICH stellt an die Politik für die zügige Umsetzung der abgestuften Hospiz- und Palliativversorgung folgende Forderungen:

  • Die BürgerInnen müssen einen Rechtsanspruch auf Betreuung durch Hospiz- und Palliativeinrichtungen haben.
  • Die Hospiz- und Palliativversorgung muss für alle Menschen, die sie brauchen, erreichbar, zugänglich und leistbar sein.
  • Die spezialisierten Einrichtungen der abgestuften Hospiz- und Palliativversorgung in Österreich müssen durch die öffentliche Hand finanziert werden.
  • Die Integration von Hospiz und Palliative Care in Alten- und Pflegeheimen muss forciert werden.
  • Die Zuständigkeit für die Hospiz- und Palliativversorgung muss eindeutig zwischen dem Gesundheits- und Sozialbereich, sowie den Sozialversicherungen abgestimmt werden. Die Versorgung am Lebensende darf nicht weiter Spielball zwischen diesen Bereichen, insbesondere in Bezug auf die Finanzierung, sein. Die aktuelle Artikel 15a-Vereinbarung2 über die Organisation und Finanzierung des Gesundheitswesens ist umzusetzen.
  • Für die Durchführung auf Bundesebene ist eine bereichsübergreifende Koordinationsstelle einzurichten.
  • Die Bundesländer müssen für die notwendigen Rahmenbedingungen zur Umsetzung der Hospiz- und Palliativversorgung sorgen.
  • Jeder Mensch hat das Recht, in Würde zu sterben. Das schließt den Anspruch auf Sterbebegleitung und bestmögliche Schmerzbehandlung mit ein. Das Recht in Würde zu sterben und das Verbot von Tötung auf Verlangen müssen in der Bundesverfassung[4] explizit verankert werden.

Hospiz Österreich – Dachverband von Palliativ- und Hospizeinrichtungen – www.hospiz.at


[1] Regierungsprogramm für die XXIV. Gesetzgebungsperiode, Kapitel Gesundheit, Abschnitt 7, Seite 195
Quelle: www.bka.gv.at/DocView.axd?CobId=32966, Zugriff am 1.3.2010

[2] Vereinbarung gemäß Art. 15a B-VG über die Organisation und Finanzierung des Gesundheitswesens Seite 5, Artikel 3 Integrierte Gesundheits-strukturplanung, Absatz (2)
Quelle: www.bmg.gv.at/cms/site/attachments/2/7/1/CH0717/CMS1211801668459/bgbl_15a-vereinbarung_2008.pdf, Zugriff am 1.3.2010

[3] Konzept zur abgestuften Hospiz- und Palliativversorgung in Österreich,www.bmgfj.gv.at/cms/site/artikel.pdf?channel=CH0716&doc=CMS1103710970340, Zugriff am 1.3.2010

[4] Siehe auch Endbericht Österreichkonvent, Teil 3, Beratungsergebnisse, Kapitel III.1. Fundamentalgarantien, S. 84, letzter Absatz
Quelle: www.konvent.gv.at/K/DE/ENDB-K/ENDB-K_00001/imfname_036112.pdf, Zugriff am 1.3.2010

Caritas und Dachverband Hospiz: Sterbehilfe-Verbot in Verfassung verankern

„Jeder Mensch hat das Recht, in Würde zu sterben", sagt Waltraud Klasnic, Obfrau des Dachverbandes Hospiz Österreich.

Klasnic und Landau: Ja zur Hospizarbeit, Nein zur Euthanasie

Eine Verankerung des Euthanasieverbots in der Verfassung fordern Caritasdirektor Michael Landau und Waltraud Klasnic, Präsidentin des Dachverbandes “Hospiz Österreich” von der Bundesregierung anlässlich der kommenden Ministerratssitzung am Dienstag. „Der Mensch soll an der Hand eines anderen Menschen sterben und nicht durch die Hand eines anderen Menschen“, erinnert Caritasdirektor Michael Landau an die Worte Kardinal Königs. „Der Umgang mit Menschen am Ende des Lebens ist entscheidend für das menschliche Antlitz einer Gesellschaft. Deshalb fordern wir die Bundesregierung auf, ein klares Zeichen für ein „Nein“ zu Euthanasie und ein klares „Ja“ zu Hospizarbeit zu setzen. Wer aktive Sterbehilfe nicht will, muss für optimale Sterbebegleitung Sorge tragen.“

In Würde sterben

„Jeder Mensch hat das Recht, in Würde zu sterben. Das schließt den Anspruch auf Sterbebegleitung und bestmögliche Schmerzbehandlung mit ein. Das Recht in Würde zu sterben und das Verbot von Tötung auf Verlangen müssen endlich in der Bundesverfassung explizit verankert werden“, bekräftigt Klasnic. Schon 2001 hat der Nationalrat einstimmig einen umfassenden Entschließungsantrag zum Thema Hospizarbeit und Sterbebegleitung angenommen. Mit diesem verbindlichen Rahmen sollte sichergestellt werden, dass es auch künftig in Österreich keinen Raum für aktive Sterbehilfe geben soll. „Ein in der Verfassung verankertes Verbot der Euthanasie wäre nicht nur ein Wegweiser und ein Bekenntnis zum Leben, sondern auch ein Signal über die Grenzen unseres Landes hinaus“ , betonen Klasnic und Landau. Aus Sicht der Caritas und des Dachverbands Hospiz Österreich muss die öffentliche Hand hier ihre Verantwortung wahrnehmen und zusätzlich für den raschen Ausbau der Hospiz- und Palliativversorgung (mobil, teilstationär und stationär) – sowie für eine gesicherte Finanzierung in diesen Bereichen sorgen.

Der Dachverband Hospiz Österreich vertritt über 200 Hospiz und Palliative Care Einrichtungen in Österreich. Das Mobile Caritas Hospiz  ist seit über 20 Jahren für Menschen am Ende des Lebens im Einsatz. Die Nachfrage nach den Hospizdiensten steigt kontinuierlich an. Österreichweit werden rund 4.000 Betroffene jährlich von der Caritas im Bereich Hospiz und Palliative Care betreut.

Aktuelle Zahlen zur Hospiz- und Palliativversorgung in Österreich

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Aktuelle Zahlen zur Hospiz- und Palliativversorgung in Österreich

Aktuelle Zahlen zur Hospiz- und Palliativversorgung in Österreich für das Jahr 2008 hat der Dachverband Hospiz Österreich zusammengestellt, die Sie hier als PDF downloaden können.

Hospiz- und Palliativversorgung in Österreich 2008

Stimme erheben für Schwerkranke und Sterbende

Waltraud Klasnic forderte anlässlich des Welthospiztages 2009 eine entschiedene Ablehnung aktiver Sterbehilfe.

Waltraud Klasnic sprach sich entschieden gegen aktive Sterbehilfe aus.

„Hospiz für alle, die es brauchen: erreichbar, leistbar und flächendeckend.“

Diese zentrale Forderung gerade auch an die österreichische Politik formulierte die Präsidentin des Dachverbandes Hospiz Österreich Waltraud Klasnic anlässlich des Welthospiztages 2009. Klasnic formulierte auch eine entschiedene Ablehnung aktiver Sterbehilfe. Sie verlangte die möglichst rasche Verankerung eines Euthanasieverbotes in der Verfassung.

Klares Nein zur Sterbehilfe

„Ein klares Nein zu aktiver Sterbehilfe bedingt aber ein klares Ja zum Menschenrecht, ein Ja für die bestmögliche hospizliche und palliative Betreuung und Begleitung im letzten Lebensabschnitt“. Dazu sind – so Klasnic – weitere entschiedene Maßnahmen notwendig. Die Hospiz- und Palliativbewegung in Österreich wird dafür mit den tausenden ehren- und hauptamtlichen MitarbeiterInnen weiterhin mit vollem Einsatz arbeiten und unüberhörbar die Stimme erheben. Als eine sehr positive Entwicklung aus jüngster Zeit hob die Präsidentin die Umsetzung und Entwicklung des Hospiz- und Palliativgedankens in Alten- und Pflegeheimen hervor.

Beitrag der Ehrenamtlichen hat unschätzbaren Wert

Welch unschätzbar großen Beitrag die Ehrenamtlichen in der Hospizbewegung leisten, hat das Ehrenamtlichen-Symposium anlässlich des Weltkongresses der Hospiz- und Palliativ-Bewegung im Mai 2009 in Wien gezeigt. Klasnic wörtlich:„ Ohne Ehrenamtliche geht gar nichts. Der Mensch braucht den Menschen. Besonders am Lebensanfang und am Lebensende. Das Wichtigste neben der hospizlichen und palliativen Betreuung ist am Lebensende die menschliche Zuwendung.“